Fußball-Kreisligist kassiert im Spitzenspiel 0:6-Packung gegen gute Mörsener

Sommerfeld-Festival an einem für Kirchdorf ganz bitteren Tag

Ein Festtag für Mörsens Sommerfelds: Kay-Simon (li.) und Andre bejubeln ihre Doppelpacks in Kirchdorf. - Foto: Flügge

Kirchdorf - Von Arne Flügge. Christian Jeinsen sackte immer tiefer in seinen blauen Stapelstuhl, das Kinn abwechselnd von der linken und der rechten Hand gestützt. Und obwohl der Trainer von Fußball-Kreisligist TuS Kirchdorf eine Schirmmütze trug, verrieten seine Augen das blanke Entsetzen. „Gott sei Dank“, murmelte der Coach mit einem Riesenseufzer, als nach 93 Minuten endlich Schluss war. Der SV Mörsen-Scharrendorf hatte seiner Mannschaft mit 6:0 (2:0) ordentlich das Fell über die Ohren gezogen.

„Das ist mehr als enttäuschend, was wir hier heute abgeliefert haben“, grantelte Jeinsen, „das war absolut die schlechteste Leistung, die ich je von meiner Mannschaft gesehen habe.“ Bereits am Mittwoch hatte Kirchdorf im Kreispokal beim TuS Sudweyhe II eine 1:6-Packung bekommen – jetzt das. „Zwölf Gegentore in zwei Spielen – das ist happig“, klagte Jeinsen, „daran werden wir erstmal zu knabbern haben.“

Dabei war von den rund 100 Zuschauern ein echtes Spitzenspiel erwartet worden, schließlich hatte der bis dato Tabellenzweite den Vierten empfangen. Doch Spitze war an diesem heißen Spätsommernachmittag nur der Gast aus Mörsen. Dementsprechend jubelte Vereins-Boss Andreas Siegmann nach dem nun vierten Sieg in Folge auch euphorisch: „Das war eine absolut starke Mannschaftsleistung. Wir waren von der ersten Minute an hellwach und haben die Leidenschaft gezeigt, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Zudem haben wir auch noch guten Fußball gespielt.“

Nach einer kurzen Abtastphase fand Mörsen immer besser ins Spiel, setzte Kirchdorf unter Druck, gewann mehr Zweikämpfe, war einfach bissiger. Den Gastgebern fiel dagegen recht wenig ein. Kein Zug zum Tor, reihenweise Fehlpässe im Aufbauspiel. Irgendwie trafen die Spieler immer die falsche Entscheidung. Anders die Gäste: In der 17. Minute marschierte Kay-Simon Sommerfeld aufs Kirchdorfer Tor zu, wurde gehalten, riss sich los und vollstreckte zum 1:0. Eine wahre Energieleistung.

Mörsen machte danach weiter Dampf und hatte Glück, dass Schiedsrichter Claus-Peter Wessel (TuS Sudweyhe) nach einem Zweikampf zwischen Kirchdorfs Henrik Albers und Dirk Landwehr auf Elfmeter für Mörsen entschied. Serdar Uludasdemir verwandelte sicher zum 2:0. „Das war nie und nimmer Elfmeter“, haderte TuS-Coach Jeinsen. Eine Meinung, die er nicht allein vertrat. „Ich nehme mich in dieser Frage diplomatisch zurück“, schmunzelte SVMS-Chef Siegmann.

Doch an diesem umstrittenen Elfmeter lag es nicht, dass Kirchdorf kein Bein an die Erde bekam. Nur gleich nach dem Wechsel war ein kurzes Aufbäumen zu sehen. Söhnke Thies traf den Pfosten (49.), Christoph Albers scheiterte am bravourösen Keeper Nikolai Koch (59.). Danach lief aber nur noch Mörsens Angriffsmaschinerie. Andre Sommerfeld (67.), erneut Kay-Simon Sommerfeld (74.) und wiederum Andre Sommerfeld (78.) sorgten für ein Sommerfeld-Torfestival zum 5:0, ehe Bartosz Drozdowski mit einem 35-Meter-Freistoß zum 6:0 (87.) noch eins draufsetzte.

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