18-Jähriger schwingt sich im Liga-Schlussspurt zu Twistringens Retter auf

Senkrechtstarter Thiede: „Rein ins Glück“

Nick Thiede (li.) nach dem geschafften Klassenerhalt. Der 18-Jährige erzielte im „Abstiegsfinale“ gegen den TV Neuenkirchen das Tor des Tages für Twistringen. - Foto: Töbelmann

Twistringen - Von Daniel Wiechert. Nick Thiedes Stimme ist kraftvoll, sie klingt gestern Morgen fast glockenklar. Nichts zu hören von einem Kratzen. Dabei ging es am Wochenende hoch her beim SC Twistringen. Bis tief in den Sonntagmorgen hinein feierten die Fußballer die Last-Minute-Rettung in der Bezirksliga. Im Mittelpunkt: Eben jener Thiede. Ausgerechnet der Jüngste, das Küken im Kader, hatte die Blaumeisen mit seinem Treffer zum rettenden 1:0 gegen den TV Neuenkirchen geführt. Der 18-Jährige hat die Szene des Spiels noch vor seinem geistigen Auge: „Es war eine Standardsituation. Ich stehe am Rande des Sechzehners. Und plötzlich liegt der Ball vor meinen Füßen. Ich ziehe einfach drauf: rein ins Glück!“

Es kommt nicht von ungefähr, dass Thiede am rechten Fleck stand. „Er erahnt solche Situationen“, erklärt SCT-Trainer Stefan Müller die Torgefahr. Im Saisonschlussspurt ist er ein wichtiger Faktor in der Twistringer Mannschaft. Er stand in den letzten sechs Partien immer in der Startformation, erzielte drei Tore. „Nick könnte zwar noch in der A-Jugend spielen, ist aber für uns schon unverzichtbar“, lobte der SCT-Coach schon vor Wochen. Der Nachwuchsspieler sei jemand, der sich immer „in den Dienst der Mannschaft stellt“.

Während er beim Herren-Team im defensiven Mittelfeld abräumt, spielt er in der A-Jugend meist auf der Zehner-Position. „Mir ist es relativ egal, wo ich spiele“, sagt Thiede, gibt aber zu, dass er sich im Zentrum sehr wohl fühlt. Überhaupt: Der Newcomer ist weit davon entfernt, irgendwelche Ansprüche stellen zu wollen. „Ich hatte mir immer erhofft, mal in der Ersten spielen zu dürfen. Das an sich ist schon etwas Geiles.“

Dass es in dieser Saison schon so gut klappen würde, überrascht ihn auch ein bisschen. „So wie es jetzt gelaufen ist, hätte ich mir keinen besseren Einstand erträumen können“, sagt der Azubi: „Das Team ist einfach töfte.“

Selbst in den schwierigen Wochen der Rückrunde (nur 13 Punkte in 15 Spielen) sei die „Stimmung nie richtig schlecht“ gewesen. „Bei uns kam keine Panik auf.“ Dass im „Abstiegsfinale“ etwas Druck herrschte, bestreitet er aber nicht. Nach dem Neuenkirchen-Spiel „ist schon einiges an Anspannung bei uns abgefallen“.

Für dieses Gefühl hat Thiede in den 90 Minute einiges an Schweiß geopfert. „Er hat eine kämpferisch überragende Leistung abgeliefert“, lobt Müller: „Er ist jemand, der keinen Zweikampf scheut.“ Der Mittelfeldspieler habe vor Wochen gar eine OP verschoben, die ihn sonst im Abstiegskampf außer Gefecht gesetzt hätte, verrät Müller: „Das zeigt einfach, wie sehr er mit Herzblut dabei ist.“ Überhaupt: Schon gelitten. Zuletzt häufiger Adduktorenprobleme, davor fiel er aufgrund einer Entzündung in der Achillessehne rund ein halbes Jahr aus. Deshalb ist Thiedes Wunsch für die Spielzeit 2016/2017 klar: „Ich möchte endlich mal wieder eine längere Zeit verletzungsfrei bleiben.“

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