Hendrik Stannius bei Brinkum auf dem Weg zum Stammspieler

Roadrunner mit null Toren

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Wieder einmal zeigt Brinkums Abräumer Hendrik Stannius (links) vollsten Einsatz und klärt hier vor zwei Neustädtern. 

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Kennen Sie die Comic-Serie, wo ein Strauß mit durchdrehenden Beinen einem gewieften, aber letztlich chancenlosen Kojoten immer einen Schritt voraus ist? In der Serie ist es das Duell Roadrunner gegen Kojote Karl. Auch der Brinkumer SV hat seinen Roadrunner, der auf den Namen Hendrik Stannius hört. Der 20-Jährige hat zwar auf dem Platz kein Raubtier im Nacken, läuft aber dennoch wie eine Maschine. Auch beim 4:1 zum Bremen-Liga-Start in Neustadt warf Stannius seine Qualitäten eindrucksvoll in die Waagschale.

Trainer Kristian Arambasic (39) sieht seinen Dauerläufer, der schon im dritten Jahr am Brunnenweg ist, auf einem guten Weg: „Hendrik hat im letzten Jahr einen großen Schritt nach vorn gemacht. Er hat großes Potenzial, was er aber noch entwickeln muss. Früher hat er seine Prioritäten anders gesetzt, aber mittlerweile spielt auch der Fußball eine große Rolle in seinem Leben. Ich bin momentan sehr zufrieden mit ihm. Er könnte auf dem Platz vielleicht noch etwas lauter werden.“

Die Sache mit den Prioritäten wurde in der vergangenen Woche sehr deutlich. Stannius ist ein Fan des legendären Metal-Festivals in Wacken (Schleswig-Holstein). Brinkums Sechser fragte fast kleinlaut beim Trainer nach, ob er denn am Donnerstag und Freitag mal beim Training fehlen dürfe. „Seit meiner Kindheit höre ich schon solche Musik. Bei meinem Vater im Auto gab es immer Metallica auf die Ohren“, sagt der Azubi im kaufmännischen Bereich. Der Coach jedenfalls stimmte zu, Stannius schlug nicht über die Stränge, sondern zeigte am Sonntag in Neustadt eine Top-Leistung.

Gegen die BTS machte er das defensive Mittelfeld zusammen mit Kapitän Jannik Bender dicht. „Die beiden haben das sehr gut gemacht. Hendrik war überall im Mittelfeld zu finden – Jannik hat ihm da in der Mitte den Rücken freigehalten“, erklärte Arambasic.

Mit diesen Leistungen sollte ein Stammplatz zum Greifen nahe sein. Zusammen mit Bender könnte er die feste Doppel-Sechs bilden. Daniel Block wäre da auch in der Verlosung, doch nach seinem gerade erst auskurierten Kreuzbandriss plagt er sich nun mit einer Oberschenkelzerrung herum.

Seinen Job im Mittelfeld beherrscht Stannius. Was ihm jedoch gar nicht liegt, ist das Toreschießen. „Die Jungs grinsen schon, wenn ich das im Training probiere“, sagt Stannius und muss selbst lachen. Klar sollen in erster Linie andere die Tore machen, aber in zwei Spielzeiten nicht einmal das Runde ins Eckige zu befördern, ist schon erwähnenswert. Fast klar, dass da diverse Wetten am Start sind. Eine gibt „Roadrunner“ preis: „Wenn ich acht Saisontore schieße, habe ich die Mannschaftsfahrt nach Düsseldorf umsonst.“ Bei bisher null Einschlägen keine gewagte Offerte der Kollegen. Stannius jedenfalls wäre schon froh, „wenn ich in dieser Saison wenigstens einmal in der Liga treffe“.

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