Lokalsport-Kolumne

Nachspielzeit: Lebende Legende voller Leidenschaft

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Antreiber im auffälligen Look: Kurt Becker, Trainer-Dauerbrenner des SV Ramlingen-Ehlershausen.

Ein Beitrag von Cord Krüger. Tag der Legenden im Sulinger Sportpark: Als der TuS Sulingen am Samstag den SV Ramlingen-Ehlershausen zum Spitzenspiel der Landesliga empfing, schauten auch zwei altbekannte Fußball-Experten vorbei: Helmut Schmedes, vor mehr als einer Dekade Publikumsliebling und Spielertrainer des BSV Rehden, und Uwe Küpker, jahrzehntelang Coach in den Bezirken Hannover und Weser-Ems.

Hinzu kam noch ein deutlich älterer Kollege – doch im Gegensatz zu Schmedes (aktuell verantwortlich für Kreisligist BW Langförden) und Küpker (derzeit ohne Club) kann der sich entspannte Ausflüge auf irgendwelche Sportplätze zeitlich gar nicht erlauben: Kurt Becker, Ramlingens Dauerbrenner, seit nunmehr 19 (!) Jahren und nun fast drei Monaten Übungsleiter des SV. Eine Ewigkeit in diesem Geschäft. Eine seltene Treue.

Cord Krüger

„Der hat da doch schon trainiert, als ich in Rehden war“, sinnierte Schmedes vor sich hin. „Und als ich noch beim SC Twistringen war“, ergänzte Küpker, nachdem ihn Becker zur Begrüßung geherzt hatte. Auch Sulingens Trainer Maarten Schops bekam eine Umarmung vom 62-Jährigen, zudem schüttelte er viele Hände der gegnerischen Spieler. Becker kennt sie alle.

Doch nun wurde es ernst: Ramlingens Motor, sportlich gekleidet in neongelbem Shirt, gleichfarbigen Turnschuhen, Bluejeans und knallroter Jacke, kam schnell auf Betriebstemperatur. Fast immer in Bewegung mit entsprechender Beinarbeit und kreisenden Armen, mitleidend, mitreißend. Abnutzungserscheinungen nach fast zwei Jahrzehnten für denselben Verein? Fehlanzeige.

In Halbzeit zwei, als sein Team gegen den TuS zunehmend unter Druck geriet, verfärbte sich neben Beckers Kleidung allerdings auch noch sein Gesicht. Die Kommandos wurden lauter, die Gesten ausladender. Das machte einige Ramlinger nervös. Doch Kapitän und Keeper Marcel Maluck besänftigte seine Vorderleute: „Jetzt lasst den Alten da draußen krakeelen und bleibt ruhig!“

Es nutzte nichts. Der Spitzenreiter büßte trotz zweimaliger Führung noch zwei Punkte ein und ging mit einem 2:2 vom Feld. Becker schlug jedoch noch einen Umweg ein, klatschte ein halbes Dutzend Sulinger Spieler ab und erspähte dabei Zuschauer Thorolf Meyer. „Ah, der Ex-Torjäger“, rief der Gäste-Trainer: „Wollen wir zusammen ein Bier trinken?“ Antwort von „Toto“: „Und einen Bullenschluck.“ Rückantwort: „Au, ja.“ Sprach’s und trabte mit den Sulingern zur Kabine. Gut, dass es solche Typen noch gibt.

Zur Nachspielzeit der vergangenen Woche: Nach Platzverbot wieder gern gesehen

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