Vilsen gewinnt 1:0 über TuS Sulingen II und holt den Kreispokal

Die Pokalbiester beißen und feiern ihren Trainer

So jubeln Pokalbiester: Der SV Bruchhausen-Vilsen wurde am Samstag nach einem 1:0-Erfolg Kreispokalsieger. - Foto: Flügge

Sulingen - Von Arne Flügge. Der Angriff kam frontal – mit aller Wucht. Als Jörn Meyer kurz nach der Siegerehrung neben seinen Jungs stand und die Pokalübergabe bejubelte, rannte Nico Schröder auf ihn zu und stülpte dem Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen das prallgefüllte Mega-Bierglas über den Schädel.

Der Gerstensaft ergoss sich über dem 48-Jährigen wie der Eimer Wasser beim Öffnen einer Tür, die nur einen Spalt auf steht. Meyer unternahm gar nicht erst einen Fluchtversuch. Der wäre ohnehin vergebens gewesen. „Ich muss noch fahren“, schmunzelte er nur, „ich hoffe, das ganze Bier wird nicht über die Haut ins Blut aufgenommen…“

Das mit dem Fahren hatte sich ohnehin erledigt, denn der Tabellenvierte aus Vilsen hatte gerade mit einem 1:0 (1:0)-Sieg im Endspiel über den souveränen Kreisliga-Meister TuS Sulingen II seine Außenseiterchance genutzt und den Fußball-Kreispokal gewonnen. „Das ist einfach nur geil, unfassbar“, jubelte Nico Schröder, der bereits in der 16. Minute das Tor des Tages erzielt hatte. Freilich dank freundlicher Unterstützung von Sulingens Niklas Klare. Der hatte einen zu kurzen Pass gespielt, hechelte zwar noch hinterher, aber Schröder preschte dazwischen.

Was dann passierte? Plötzlich landete die Kugel im rechten Winkel! Die Beteiligten sahen es so: „Ich dachte schon, ich bekomme ihn nicht mehr. Dann schieße ich Niklas an, er trifft mich, und irgendwie ist der Ball dann drin gewesen“, grinste der Vilser Matchwinner. Klare räumte ein, dass „ich den Ball schlecht angenommen hatte. Ich habe Nico zwar gesehen, doch er war schneller als ich dachte. Und dann fliegt das Ding rein. Das war ganz bitter.“ Immerhin hatte der Sulinger seinen Humor nicht verloren: „Vor zwei Jahren haben wir durch mein Tor den Pott mit 1:0 gegen Vilsen geholt, jetzt habe ich Vilsen zum Sieg geschossen.“

Und der war unterm Strich auch verdient, denn das Meyer-Team stand vor 550 Zuschauern auf der Sportanlage des FC Sulingen in der Defensive wie eine Wand, die Mannschaft kämpfte 95 Minuten lang wie Löwen, setzte immer wieder Nadelstiche und ließ Sulingen gar nicht erst zu deren gefürchtetem Kombinationsspiel kommen. „Uns ist nichts eingefallen, wir haben es nicht auf die Reihe gekriegt“, sagte ein enttäuschter TuS-Trainer Sascha Jäger: „Vilsen hat alles reingeschmissen und am Ende durch ein kurioses Tor gewonnen.“ Von daher, so Jäger, sei der Sieg des Gegners nicht unverdient.

Und deswegen jubelte Vilsens Kapitän Jan-Hendrik Schwirz auch zu Recht: „Es ist unglaublich, was du mit Kampf alles erreichen kannst. Jeder war heute für den anderen da. Und es war erkennbar, dass wir das Ding unbedingt mehr wollten als Sulingen.“ Der 30-Jährige verlässt den Verein nun in Richtung Bezirksligist TV Stuhr. „Und es gibt nichts Schöneres, als sich mit diesem Pokalsieg zu verabschieden, das Ding noch mal in der Hand zu halten.“

Fünf Mal in Folge hatte Vilsen nun im Finale gestanden. Bilanz: Drei Siege, zwei Niederlagen. In den beiden vergangenen Jahren durften die Gegner TuS Sulingen II und SV Lessen jubeln. „Daher ist es umso geiler, jetzt wieder den Pott zu haben. Das ist wirklich eine Wahnsinnstruppe“, freute sich Schwirz aber nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für den Trainer.

Jörn Meyer, der ebenfalls geht, hatte Vilsen vor fünf Jahren übernommen und seither immer ins Endspiel geführt. „Heute haben wir auch für Jörn gewonnen“, sagte Torschütze Nico Schröder – und kündigte an: „Jetzt geht die Sause erst richtig los.“ Sprach’s und rannte zu seinen Kollegen, die ihren Coach feierten wie einen Popstar und ihn durch die Luft warfen. Da war der Trainer noch trocken. Kurz darauf ereilte ihn die Bierdusche.

TuS Sulingens Trainer Sascha Jäger hätte sich unterdessen gern das Double gewünscht. „Doch darauf scheint ein Fluch zu liegen. Das hat noch keiner geschafft.“ Und in der Stunde der Niederlage zeigte der Coach dann auch noch Größe: „Auch wenn es blöd klingt: Ich freue mich für Jörn Meyer. Das ist ein toller Abschied für ihn, den er sich verdient hat. Auf der anderen Seite können auch wir stolz auf eine geile Saison sein.“

Für den Pokalsieger ging es am Abend in ein Vilser Lokal. Party pur bis in die Morgenstunden. Trainer Jörn Meyer, so ist überliefert, soll vorher noch richtig geduscht haben…

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