0:4 – Wetschen fühlt sich vom Schiri verschaukelt / Rot für Becker

Die Ohnmacht der Zornigen

Wetschens Dominic Becker (re.) sah im Heimspiel gegen den OSV Hannover die Rote Karte. - Foto: Flügge

Wetschen - Von Arne Flügge. Ridvan Ceylen hatte es eilig. Und die knapp 40 Meter bis zur Kabine müssen dem Schiedsrichter vom SV Engern wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Es war ein Spießrutenlauf, bei dem Ceylen immer wieder von Anhängern des TSV Wetschen beschimpft wurde. Allerdings hatte der Referee durch viele einseitige und auch fragwürdige Entscheidungen während der Partie zu dieser miesen Stimmungslage beigetragen – die 0:4 (0:1)-Heimniederlage in der Fußball-Landesliga gegen den OSV Hannover aber hatte sich Wetschen zum größten Teil aber selbst zuzuschreiben.

Knackpunkt der Partie waren zwei Szenen kurz nach der Pause, als für Wetschen nach einer starken ersten Halbzeit und bei einem knappen 0:1-Rückstand (Ferhat Bikmaz hatte in der 48. Minute getroffen) noch alles drin war: In der 46. Minute verlor Kim Siebert ein Kopfballduell, Hannovers Ertan Ametowski nahm den Ball – deutlich zu sehen – mit der Hand mit, drehte sich und ließ Kai Winkler im Wetscher Tor keine Chance – 2:0. „Das muss der Schiri einfach sehen, das gibt es gar nicht“, schimpfte TSV-Trainer Frank Heyer, der sich schon in Durchgang eins einige Pfiffe gegen seine Mannschaft moniert hatte. „Das war viel zu einseitig, aber das verfolgt uns jetzt schon seit Wochen“, klagte der Trainer. In der Tat vermittelte Ridvan Ceylen nicht gerade den sichersten Eindruck, eine klare Linie war nicht zu erkennen. „Und dann duzen sich Schiedsrichter und Assistent noch mit den Hannoveranern, nennen sich beim Vornamen und kichern. Das darf nicht wahr sein“, schimpfte Abwehrspieler Dino Maieli, der den verletzten Nils Unger als Kapitän vertrat. „Dieses 2:0“, knurrte Heyer, „hat dann das Spiel entschieden.“ Dazu kam noch, dass Wetschens Dominic Becker kurz nach dem Gegentor wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah. Nach einem – wieder einmal – fragwürdigen Freistoßpfiff von Ceylen für Hannover kam es zur Rudelbildung. Und plötzlich zückte der Referee Rot. „Ich habe nichts getan, ich habe nur meine eigenen Mitspieler zurückgezogen, um die Situation zu beruhigen“, beteuerte Becker. Die Sichtweise des Schiedrichters: Hannovers Ametkowski habe sich den Ball zum Freistoß zurechtgelegt, dann sei Becker gekommen und „hat ihm von hinten in die Ferse getreten. Sicherlich ist er auch dazwischen gegangen, aber vorher war klar ein Tritt.“ Selbst Kapitän Maieli, der unmittelbar daneben stand, konnte und wollte seinen Kollegen nicht schützen: „Das war eine Rote Karte, und damit haben wir uns geschadet.“ Trainer Heyer hatte wie die meisten Zuschauer aus der Entfernung eine andere Sichtweise. „Wenn sich das wirklich so abgespielt hat, dann war es einfach nur dumm, da so reinzugehen.“ Becker mus mit rund drei Wochen Sperre rechnen. „Das passt zu unserer Situation“, seufzte der Coach. Denn nach dem Platzverweis gingen die Köpfe der Gastgeber noch weiter runter. Auch wenn Ceylen mit der Roten Karte richtig gelegen haben mag, so hatte er die TSV-Spieler mit seinen ungewöhnlich vielen Pfiffen gegen sie regelrecht zermürbt. „Das macht einfach keinen Spaß mehr“, hatte Maieli schon während der Partie gesagt. „Nach der Roten Karte war es kein Fußballspiel mehr“, sagte Heyer. Bikmaz (52.) und Bernard Baruti (70.) erhöhten für den OSV fast ohne Wetscher Gegenwehr noch auf 4:0.

„Das ist einfach ärgerlich. Wir waren in der ersten Halbzeit so gut drin, und dann wird ständig gegen uns gepfiffen“, seufzte Trainer Heyer und ergänzte: „Wir sollen immer freundlich zu den Schiedsrichtern sein, brav Hände schütteln. Aber wenn man ihn dann mal wegen einer Situation fragt, bekommt man keine Antwort. Dann wirst du behandelt wie ein Idiot. Das ist mir einfach zu arrogant.“

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