Pure Fußball-Pionierarbeit: Heiligenfelder trainiert für knapp drei Monate in China

Neubert nun im Reich der Mitte

Kim Neubert freut sich auf die neue Aufgabe in China: „Das wird mega-spannend“, ahnt der Trainer. - Foto: Töbelmann

Heiligenfelde - Von Carsten Drösemeyer. Dass sich Kim Neubert nach seinem Ausscheiden als Trainer der Heiligenfelder Landesliga-Kickerinnen schnell eine neue Herausforderung suchen würde, damit war zu rechnen – mit einem Engagement in China hingegen wohl eher weniger.

China? Ja, richtig – im Reich der Mitte ist Neubert in den nächsten knapp drei Monaten als Trainer tätig. Und zwar als Ausbilder der chinesischen Fußballschule von Chong Qing. Übrigens als erster deutscher Coach, wie der 42-Jährige stolz anmerkt: „Die Chinesen wollen sich mit westlichen Trainingsmethoden verbessern. Deshalb suchen sie Ausbilder für ihre Fußballschulen. Als Hannover 96 nachfragte, ob ein niedersächsischer Trainer Interesse hätte, musste ich keine zwei Sekunden überlegen. Ich finde es total cool, eine neue Kultur kennenzu ernen und brenne auf die Aufgabe.“

Für einen neugierigen, offenen Menschen sicherlich nachvollziehbar. Aber hat der Frührentner denn gar keinen Bammel vor den fremden Sitten? Offenbar nicht. Eher im Gegenteil: Neubert schwärmt geradezu von den neuen Erfahrungen: „Es war schon immer mein Traum, im Ausland zu arbeiten. Ich bin unheimlich wissbegierig, das Neue reizt mich sehr. Außerdem ist Chong Qing immerhin die flächenmäßig größte Stadt der Welt und ziemlich westlich orientiert. Da werden also keine Hunde oder Katzen gegessen.“

Was dem Ur-Heiligenfelder wohl entgegen kommen dürfte. Doch bei aller Vorfreude – im Detail kennt der langjährige Dachdecker sein Arbeitsgebiet noch nicht: „Da bin ich selbst gespannt, was mich genau erwartet. Aber in China herrscht momentan ein riesiger Fußball-Boom. Ich denke, die Chinesen wollen einfach vom westlichen Knowhow profitieren und ihr Training verbessern. Und dabei soll ich mit anderen europäischen Trainern helfen. Gerade auf den Austausch mit den anderen Kollegen freue ich mich auch schon sehr. Das wird mega-spannend.“

Man merkt, der Mann hat Feuer gefangen. Sogar so sehr, dass sich Neubert eine noch langfristigere Tätigkeit in China vorstellen könnte: „Ich habe schon ein Angebot, ab September nach Peking zu gehen. Wer weiß, vielleicht schlage ich dann dort für die nächsten Jahre meine Zelte auf. Es hängt natürlich davon ab, wie mir jetzt alles gefällt.“

Und wie er sich verständigen kann. Mandarin gehört bekanntlich nicht zu den leichtesten Sprachen. Laut Neubert jedoch kein Ding: „Ein paar Brocken habe ich mir schon angeeignet und der Rest geht auf Englisch. Das verstehen die gerade in einer Metropole wie Chong Qing ausgezeichnet.“

Na dann – und was ist mit der Familie und dem Freundeskreis? Selbst das stellt für den 42-Jährigen kein Problem dar: „Es gibt ja Internet. Ich bin nicht aus der Welt. Und außerdem ist mein Freundeskreis überschaubar.“ Bald aber vielleicht nicht mehr. So wie sich Neubert auf die Aufgabe freut, könnte er in China durchaus neue Freunde dazu gewinnen.

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