Ex-Brinkumer trifft für BTS Neustadt zum späten 1:0 / Lucas Chwolka verpasst die Führung / Freund will „Lehren ziehen“

Melchiorshausen zahlt Lehrgeld – und Demirkapi kassiert

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Kampf war Trumpf, da wurde auch schon mal der Boden umgepflügt: In dieser Szene klärt Melchiorshausens Dennis Dörgeloh gegen Neustadts Malik Gueye. 

Melchiorshausen - Von Malte Rehnert. Ein ehemaliger Brinkumer hat dem TSV Melchiorshausen einen fast schon sicher geglaubten Punkt entrissen. Esin Demirkapi schoss die BTS Neustadt am Samstag spät zum 1:0 (0:0)-Auswärtssieg und sorgte dafür, dass beide Clubs in der Bremen-Liga nun neun Punkte haben.

In der 82. Minute kam der Ball nach einer Freistoß-Flanke in den Melchiorshauser Strafraum geflogen, Lucas Görgens konnte nicht klären – und Abwehrhüne Demirkapi, einst beim Brinkumer SV, vollstrecke mit links ins lange Eck zum letztlich etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg. Das räumte hintherher auch Melchiorshausens Trainer Wilco Freund ein: „Nach Großchancen hat Neustadt mit 2:1 gewonnen.“ Sein eigenes Team hatte eben diesen einen, entscheidenden Fehler gemacht. „Wir haben vorher noch vor den Standards gewarnt“, meinte Freund, „aber so ist das dann eben. Wenn man mal nicht wach und konzentriert ist, wird das in der Bremen-Liga eben bestraft. Wir sind Aufsteiger und immer Außenseiter, müssen in jedem Spiel lernen und unsere Lehren daraus ziehen.“

Dass die Gastgeber nicht schon eher ins Hintertreffen geraten waren, hatten sie dem Pfosten und Keeper Florian Aschoff zu verdanken, der die wenigen Neustädter Chancen entschärfte. Zunächst hatte Melchiorshausen Glück, dass Mamdou Ibrahima Diop per Kopf nur das Gestänge traf (15.). Da hätte der ganz in orange gekleidete Aschoff keine Chance gehabt. Dann parierte der Schlussmann zwei Mal gut gegen Malik Gueye (26./37.). Dazwischen hatte auch Melchiorshausen mal so etwas wie eine Torgelegenheit. Yannick Chwolkas Kopfball lenkte BTS-Torwart Timo Hertlein über die Latte (33.). Ansonsten war es wirklich kein sehenswertes und schon gar kein aufregendes Spiel. „Schön war’s nicht“, urteilte auch Freund, „aber eben sehr kampfbetont. Mich hat ein bisschen geärgert, dass wir nicht gut waren, wenn wir den Ball hatten.“

Immerhin: Die Gastgeber kamen mit mehr Elan aus der Kabine und bekamen eine gute Gelegenheit serviert, doch Kapitän Matthias Kastens zielte bei seinem 18-Meter-Freistoß etwas zu hoch (53.). Auf der anderen Seite hätte Diop nach einem Alleingang das 1:0 für die Gäste machen können (Aschoff hielt) – und Gueye dann sogar machen müssen. Doch er setzte den Nachschuss völlig freistehend in die grauen Wolken (61.). Das hätte sich beinahe gerächt. Nach Rechtsflanke von Görgens stand Lucas Chwolka in der Mitte völlig allein, setzte seinen Kopfball aber weit vorbei (71.). Das war die Riesenmöglichkeit zur Führung – und Freund haderte: „Normalerweise macht er den.“

Machte er jedoch nicht – anders als Demirkapi, um den sich nach seinem „goldenen Schuss“ eine Neustädter Jubeltraube bildete. In der Schlussphase warf Melchiorshausen zwar noch mal alles nach vorne, agierte aber zu kopflos und brachte das Gäste-Tor nicht mehr in Gefahr. Aschoff verhinderte mit einer Glanztat gegen Diop sogar noch das 0:2 (85.).

„Insgesamt haben wir heute zu wenig mit dem Ball angefangen und zu viele technische Fehler gemacht“, resümierte Freund und stapfte enttäuscht in die Umkleide.

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