Silbersee-Sieger Hörper trotzt der Nässe

„Markierungen meiden, sonst schmiert man ab“

Auf ins Getümmel: Auch Lokalmatador Oliver Sebrantke (blau-oranger Schwimmdress) kann den Start kaum abwarten. - Foto: el

Stuhr - Von Christiane Golenia. Eine Erfahrung machten gleichermaßen Organisatoren, Athleten und Zuschauer beim 23. Silbersee-Triathlon gemeinsam: Triathlon ist kein einfacher Sport. Dafür aber sehr attraktiv, wie auch Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen als Schirmherr bei seiner Begrüßungsrede feststellte. Und spannend, wie Christian Hörper, Philipp Fahrenholz und Marc Günther bemerkten. Denn wer als Erster der ersten Startgruppe im Ziel ist, muss erstmal abwarten, ob da nicht noch ein schnellerer nachkommt.

Im strömenden Regen erledigten Jan Neubauer und sein Team von den Tri-Wölfen des LC Hansa Stuhr morgens um fünf Uhr die letzten Aufbauarbeiten. Das Wetter besserte sich zusehends, doch als die Startgruppen auf der olympischen Distanz ins Rennen gingen, herrschte immer noch frischer Wind. Deutlich wärmer war das Wasser mit rund 24 Grad, gleichbedeutend mit Neoprenverbot. Die Kälte zehrte allerdings gerade bei weniger trainierten Athleten auf dem Rad ordentlich an den Kräften. Nicht so bei Profi-Athlet Christian Hörper, der aus der ersten Startgruppe heraus nach 1:53:32 Stunden als Erster den Zielbogen durchlief. Der Vorjahressieger hatte diesmal schon bei Rad-km elf die Führung übernommen. Probleme mit dem nassen Asphalt hatte er dabei nicht gehabt: „Man muss seine Fähigkeiten den Gegebenheiten anpassen und tunlichst bei 90-Grad-Kurven die Fahrbahnmarkierungen meiden, sonst schmiert man ab“, lautete sein Rat.

Das war natürlich auch für seinen Verfolger Philipp Fahrenholz eine Selbstverständlichkeit. Der Sieger von 2014 kam sichtlich zufrieden als Zweiter (1:56:07) ins Ziel, mit beruhigenden Vorsprung auf den Wolfsburger Marc Günther (1:59:42). Doch die Drei waren sich dann doch nicht so ganz sicher, ob sie damit auch in der Gesamtwertung die Schnellsten waren, schließlich war in der letzten Startgruppe auch noch der hoch eingeschätzte Oldenburger Achim Groenhagen unterwegs. Die Sorge erwies sich als unbegründet. „Ohne Neo verliere ich als mäßiger Schwimmer im Wasser zuviel Zeit“, begründete Groenhagen seinen letztendlich elften Platz. Schnellster Athlet aus dem Kreisgebiet war Tri-Wolf Oliver Sebrantke auf Rang 22.

Ebenso zufrieden wie der Sieger war der 78-jährige Stuhrer Manfred Hinzmann als ältester Teilnehmer. „Ich hatte keinen Altersklassen-Konkurrenten, da kann man schon mal ins Trödeln kommen“, kommentierte Hinzmann schmunzelnd seinen letzten Platz im Gesamtklassement.

Spannend ging es auch bei den Frauen zu, deren Rennen sich zusätzlich erschwerte, weil sich im Wasser eine Markierungsboje gelöst hatte. Siegerin Elisabeth Erwig (Osnabrück, 2:14:16) zog erst am Wendepunkt der letzten Laufrunde an der Hildesheimerin Maleen Butterbrodt (2:14:52) vorbei und freute sich im Ziel mächtig: „Erwartet hatte ich den Sieg keineswegs, aber im Stillen doch erhofft.“

Und auch beim Sprinttriathlon machten es die Frauen spannend. Die Erste im Ziel war versehentlich eine Runde zu wenig gelaufen. Die Zweite hielt das Zielband zu unrecht in den Händen, weil sie unwissentlich zu wenig Rad-km absolviert hatte. Erst die Dritte, nämlich Tabea Fricke (Hannover 96, 1:05:28), kam fast unbemerkt als wahre Siegerin ins Ziel. Bremer Landesmeisterin wurde die Gesamfünfte Stephanie Blome. Astrid Herzer (Tri Team Schwarme) finshte auf Rang neun als schnellste Kreisvertreterin. Bei den Männern gelang dem Lehrter Philipp Weber (58:43min) ein klarer Start-Ziel-Sieg vor Sven Kiene (Hannover) sowie dem neuen Bremer Landesmeister Julian Schröder.

Viele gefeierte Zieleinläufe erlebten die zahlreichen Zuschauer schließlich auf den letzten Metern der rund 300 Volkstriathleten. Hier war es oft genug das Finish beim allerersten Triathlon. Bemerkenswert auch die Anzahl der Staffeln. Über 70 Team erlebten den Silbersee-Triathlon als Team.

Jan Neubauer konnte am Ende seines längsten Tag des Jahres viel Lob für die Durchführung der Veranstaltung entgegennehmen, wobei sich der Stuhrer längst Gedanken machte um die Organisation des 24. Silbersee-Triathlons am 30. Juli 2017.

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