Brinkums Manager vermisst die Unterstützung im Verein / Jörg Bender hat vollstes Verständnis

Kunzendorf denkt über Rücktritt nach

Frank Kunzendorf als Kassierer: Gerissen hat sich der Manager um diesen Job nicht. - Foto: Töbelmann

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Der Brinkumer SV und Frank Kunzendorf – das ist eine „Ehe“, die nun schon sechs Jahre lang hält. Ob der Manager beim Fußball-Bremen-Ligisten jedoch in das „verflixte“ siebte Jahr geht, ist keineswegs gesichert. Vorsorglich hat Kunzendorf seinen Job schon mal zum 30. Juni gekündigt.

Der Hauptpunkt für Kunzendorfs Verdruss: Dem 52-Jährigen fehlt die Unterstützung des Vereins: „Ich muss mich seit langem schon um Sachen kümmern, die gar nicht in meinen Aufgabenbereich fallen. Am Sonntag bin ich bei Heimspielen oft von 11.00 bis 19.30 Uhr auf der Anlage. Das geht langsam schon an die Gesundheit. Momentan brodelt es in mir so richtig.“

Dabei weiß Kunzendorf die Vorzüge des BSV durchaus zu schätzen: „Wir haben einen tollen Kunstrasenplatz, und der Zusammenschluss im Jugendbereich mit dem TSV Lahausen ist auch positiv. Aber dadurch wird die Arbeit eben auch nicht weniger.“

Brinkums großes Problem ist schon seit vielen, vielen Jahren, dass die Arbeit nur auf wenigen Schultern lastet. „Ich habe mir auch nicht ausgesucht, bei Heimspielen als Kassierer rumzugehen oder aber den von der zweiten Herren stehengelassenen Trikotkoffer mit nach Hause zu nehmen, um die Klamotten dann auch noch zu waschen. So könnte ich noch viele Dinge aufzählen, die der Vorstand mal neu regeln sollte.“ Dabei nimmt „Kunze“ auch das Team in die Pflicht: „Mir liegen die Jungs wirklich am Herzen, aber Platz fünf ist für unseren Aufwand eigentlich zu wenig. Das darf man auch nicht schönreden. Team und Trainer sind gefordert, um eine Einheit zu werden. Nur so können wir Erfolg haben.“

Sollte Frank Kunzendorf aufhören, würde auch Jörg Bender (Bild) seine Sachen in Brinkum packen. - Foto: Töbelmann

Eigentlich wäre das Lösen der Probleme auch die Sache des ersten Vorsitzenden Thomas Willmann. Jörg Bender, der unter anderem noch Co-Trainer der ersten Herren ist und sich auch beim Jugendförderverein engagiert, ist mit den Vollmachten eines Spartenleiters ausgestattet. Bender, noch länger im Verein als Kunzendorf, geht nicht etwa auf Konfrontationskurs zum Manager, sondern springt ihm bei: „Alles, was Frank bemängelt, kann ich voll unterschreiben. Wir werden von anderen Vereinsmitgliedern für Sachen der ersten Herren kritisiert, die einfach falsch sind. Die Erste kostet den Verein keinen Cent. Die Spieler zahlen sogar noch Beiträge. Ich selbst bin nicht wegen des Vereinslebens in Brinkum, sondern mich reizen die sportlichen Aufgaben und der Umgang mit der Mannschaft.“ Und „Jogi“ geht noch einen Schritt weiter: „Wenn Frank geht, packe auch ich hier in Brinkum meine Sachen.“ In diesem Zusammenhang erwähnt Bender auch Dieter Burdenski, der den Etat der ersten Herren bereitstellt: „Wir müssen umgehend mit Dieter reden, welchen Rahmen wir zur Verfügung haben. Erst dann können wir vernünftig planen.“

Den Brinkumern machen zudem noch alte Forderungen des Finanzamtes zu schaffen, die teilweise aus der Ära des verstorbenen Kunzendorf-Vorgängers Christian Kudla rühren. „Aber da sind wir auf einem guten Weg, dass wir dieses Kapitel bald beenden können“, sagt Bender, der hofft, dass Kunzendorf am Monatsende nicht hinwirft: „Das sind wir den Spielern schuldig. Schließlich geht bald die Vorbereitung los. Ich hoffe, dass es bald wieder mehr Spaß macht in Brinkum und dass es keine Zeitbombe ist, die da tickt.“

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Meistgelesene Artikel

Die Demut der Krieger

Die Demut der Krieger

HSG Phoenix versagt in Wilhelmshaven

HSG Phoenix versagt in Wilhelmshaven

Rieken: „Wir sind gefordert, müssen das letzte Hemd geben“

Rieken: „Wir sind gefordert, müssen das letzte Hemd geben“

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Acht Tore in 30 Minuten viel zu wenig zum Sieg

Kommentare