Schwanewede der erste Oberliga-Härtetest

Wie viel ist Barnstorfs tolle Vorbereitung wirklich wert?

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Barnstorfs Coach Dag Rieken (Mitte) freut sich auf die Neuzugänge Steffen Brüggemann (li.) und Bernd Pundt.  

Barnstorf - Von Gerd Töbelmann. Das Treffen mit Dag Rieken (47), um eine Saison-Vorschau zu erstellen, ist entspannt. In der Barnstorfer Sundering-Halle erwärmen sich die Spieler des Handball-Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz mit Basketballspielen. Rieken schaut mit einem Auge ab und an hin, wirkt aber konzentriert, um die Fragen zu beantworten. Diese Gelassenheit hat auch damit zu tun, dass die HSG größtenteils eine hervorragende Vorbereitung hingelegt hat.

„Das Highlight war natürlich unser eigenes, stark besetztes Turnier, was wir gewinnen konnten. Da haben die Jungs schon richtig guten Handball gezeigt“, erinnert sich Rieken gern an die Auftritte vor eigenem Publikum. Hinzu kam ein dritter Patz beim gut besetzten Oldenburger Turnier und sogar ein Sieg beim Wettbewerb in Mennighüffen. Lediglich der Auftritt beim Turnier in Rödinghausen fiel aus dem Rahmen, wo die Barnstorfer kein Bein an den Boden bekamen. Aber Rieken hat dafür eine Erklärung: „Die Spiele waren nur einen Tag nach unserem eigenen Turnier. Die Jungs waren schlichtweg platt. Wir hätten dieses Turnier gar nicht annehmen sollen.“ Aber insgesamt ist Rieken, der die HSG im zweiten Jahr coacht, sehr zufrieden: „Die guten Ergebnisse der Vorbereitung geben natürlich viel Selbstvertrauen.“

Und dies mit einer Mannschaft, die durchaus wichtige Stützen verloren hat. Am meisten tut der HSG der Verlust von Tobias Meyer weh, denn der halblinke Rückraumspieler zog es aus beruflichen und privaten Gründen zum Liga-Konkurrenten VfL Edewecht. Auch der Abgang von Linksaußen-„Urgestein“ Finn Richter (verstärkt die eigene zweite Herren) reißt eine Lücke. Sportlich zu verkraften sind da schon die Abgänge von Kreisläufer Ulf Grädtke (nach Habenhausen), Mittelmann Saulius Liutikas (Karriereende) und Keeper Manuel Pauli (auch in die eigene „Zweite“).

Aber wie geht das auf der „Königs-Position“ im halblinken Rückraum weiter? In den bisherigen Spielen füllte der Pole Kamil Chylinski diese Lücke aus – und machte es hervorragend. Seine starke Leistung war unter anderem der Grundstein zum Sieg beim eigenen Turnier. Chylinski, sonst eher als Mittelmann bekannt, ist nicht gerade der Typ Shooter, der mit brachialer Gewalt die gegnerischen Abwehrreihen zerpflückt. Chylinski macht dieses Manko mit Spielwitz, Schnelligkeit und Wurfgenauigkeit wett. Aber es gibt zumindest ein kleines Fragezeichen, denn nach wie vor fährt der Pole des Öfteren des Studiums wegen nach Warschau. „Bisher ist uns aber nicht bekannt, dass uns Kamil mehrere Spiele fehlen wird. Im Oktober können wir mehr zu diesem Thema sagen“, erklärte Rieken.

Stropus ersetzt Mosel als Co-Trainer

Es ist aber kein Geheimnis, dass sich die Barnstorfer schon seit mehreren Wochen intensiv darum bemühen, die „Königs-Position“ mit einem externen Spieler zu besetzen. Rieken erklärt jedoch, „dass das bis zum Punktspielstart Freitag im Heimspiel um 20.00 Uhr gegen Schwanewede nichts wird.“ Dem Vernehmen nach gibt es aber einen Kandidaten, der momentan in seiner Heimat organisatorische Dinge klärt, um vielleicht in einigen Wochen bei der HSG spielen zu können.

Chylinski auf halblinks, Liutikas gar nicht mehr dabei – da war natürlich auf der Position des Mittelmannes Handlungsbedarf. Und Barnstorf wurde aktiv, denn vom Liga-Konkurrenten TV Bissendorf-Holte konnte Steffen Brüggemann (26) losgeeist werden (siehe Extra-Text rechts). Als zweiter Neuzugang wurde Youngster Bernd Pundt aus der Zweiten befördert.

Neu bei der HSG ist auch, dass der ehemalige Barnstorfer „Halbrechte“ Sigitas Stropus (37) als Co-Trainer fungiert und die Einheit am Dienstag übernehmen wird. In dieser Funktion ersetzt der Litauer Nils Mosel, der mittlerweile für Verbandsliga-Aufsteiger Barnstorf II Verantwortung trägt.

Taktisch hat Rieken mit dem Team daran gearbeitet, „dass unser Umschaltspiel schneller werden muss. Auch an der 3:2:1-Deckung haben wir gefeilt, denn für einen 6:0-Verbund haben wir nicht genügend große Leute.“

Alles in allem wird es schwer werden, um den Oberliga-Titel mitzuspielen, da andere Teams (wie etwa Edewecht) stark aufgerüstet haben. Ein Überflieger (wie zuletzt Meister Beckdorf) ist aber auch nicht in Sicht. Rieken jedoch freut sich darüber, „dass die Stimmung im Team momentan sehr gut ist“. Was das alles aber wert ist, wird sich schon Freitag zeigen können, denn Schwanewede ist eine echte Hausnummer in der Oberliga.

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