0:2 im Landespokal-Halbfinale gegen Bremer SV

Brinkums Traum vom Jackpot geplatzt

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Augen zu und durch: Brinkums Kapitän Jürgen Heijenga (re.) und Bremens Ole Laabs schenkten sich auch in diesem Kopfball-Duell nichts. Letztlich zog Laabs durch ein 2:0 ins Finale des Bremer Landespokals ein.

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Inouss Boure Toure lag lange am Boden, das Trikot über den Kopf gezogen. Der Brinkumer Verteidiger wollte nichts mehr sehen und hören. Sein vermeintliches Handspiel und der danach verwandelte Elfmeter leiteten gestern vor 550 Zuschauern das 0:2 (0:1)-Aus im Halbfinale des Bremer Landespokals gegen den schon feststehenden Bremen-Liga-Meister Bremer SV ein.

Der Jackpot des Gewinners in Höhe von mindestens 100 000 Euro durch das Erreichen der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal wird nun ohne die Brinkumer verteilt. Als Trostpfaster bleiben den Nordkreislern noch 750 Euro übig. Der Finalgegner der Bremer wird morgen im zweiten Halbfinale zwischen dem Blumenthaler SV und dem FC Sparta Bremerhaven ermittelt.

Zurück zu Boure Toure: In der 31. Minute soll er das Leder mit der Hand gespielt und damit einen Elfmeter verursacht haben. Der 23-Jährige bestritt dies vehement. Fast schon flehend meinte er: „Der Bremer schießt mir das Ding aus zwei Metern an den angelegten Arm. Das kann man nicht pfeifen. Das war eindeutig der Knackpunkt des Spiels.“ Schiri Dennis Stahmann (SC Borgfeld) sah dies nach kurzer Beratung mit seinem Assi anders und gab den Strafstoß, den BSV-Tormaschine Iman Bi-Ria zum 1:0 verwandelte.

Brinkums Keeper Niklas Frank war außer sich, zertrümmerte seine Trinkflasche und fauchte: „So ein Glückstor, das der Schiri den Bremern da geschenkt hat.“

Aber: Es hätte zu dieser kniffligen Situation gar nicht kommen dürfen, denn vor dem Schuss an den Arm des Brinkumers hatte die Kugel bereits in vollem Umfang die Torauslinie überschritten – es hätte Abstoß geben müssen.

„Das ist natürlich ärgerlich, aber der Sieg der Bremer ist verdient, weil wir vorn nicht durchschlagskräftig genug waren. Das war heute zu wenig“, bilanzierte Co-Trainer Jörg Bender, der seinen urlaubenden Chef Dennis Offermann vertrat. Und Bender fügte noch hinzu: „Ich mache der Mannschaft dennoch keinen Vorwurf. Sie hat eben heute teilweise ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.“

Gäste-Coach Klaus Gelsdorf, selbst drei Jahre mit großem Erfolg am Brunnenweg tätig, wirkte erleichtert: „Heute war es egal, ob wir schön spielen oder nicht. Wichtig ist nur, dass wir im Finale stehen. Wenn ich mir einen Gegner aussuchen dürfte, dann würde ich Blumenthal nehmen. Gegen Bremerhaven ist das immer so tierisch unbequem – genauso wie gegen Brinkum.“

In der zweiten Halbzeit fehlten den Gastgebern einfach die Mittel, um die Wende zu schaffen. Auch der ansonsten immer Gefahr ausstrahlende Kai Tönsmeyer blieb blass. In dem oft zerfahrenen Match hätte der eingewechselte Sebastian Netzke das 1:1 machen können, aber der Ball rutschte ihm aus vielversprechender Position über den Spann (75.). Brinkum war zwar willig, aber ein echtes Powerplay bekamen sie nicht hin.

Drei Minuten vor dem Ende fiel dann die Entscheidung. Nach gut getimtem Steilpass behielt Sebastian Kurkiewicz die Nerven und vollstreckte sicher zum 2:0. Wenig später lagen sich die Bremer jubelnd in den Armen und dürfen weiterhin vom Knacken des Jackpots träumen.

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