Melchiorshausens Trainer gibt sich vor Pokalspiel in Blumenthal betont optimistisch

1:4 – aber Freund knabbert jetzt nicht an den Fingernägeln

Die Melchiorshauser Julio Martin Hinze (li.) und Yannik Chwolka (re.) nehmen Jona Hardt vom TuS Sulingen in die Zange. Diesen Einsatz will ihr Trainer Wilco Freund auch morgen im Landespokalspiel in Blumenthal sehen. - Foto: Flügge

Melchiorshausen - Von Arne Flügge. Wilco Freund ist ganz entspannt. Die 1:4-Niederlage am Mittwochabend im Testspiel gegen Fußball-Landesligist TuS Sulingen hat den Trainer von Bremen-Ligist TSV Melchiorshausen nicht sonderlich nervös gemacht.

Er glaubt fest an die Qualität seines Teams – und das wird morgen (15.00) alles abrufen müssen, wenn Melchiorshausen in der zweiten Runde des Bremer Landespokals bei Ligakonkurrent Blumenthaler SV antritt. „Wir müssen eine Schippe drauflegen“, fordert der Coach.

Anfang der Woche hatte sich der Aufsteiger bei einem Blitzturnier nach 45 Minuten von Blumenthal 1:1 getrennt. „Das war aber mehr eine gute Trainingseinheit, jetzt wird es ein ganz anderes Spiel“, sagt Freund. Blumenthal stand in der abgelaufenen Saison im Halbfinale des Landespokals und ist daher für den Melchiorshauser Trainer auch „in der Favoritenrolle. Ich erwarte, dass sie auf ihrem großen Platz richtig Druck machen werden.“ Für die Gäste kann das im Umkehrschluss nur heißen, in der Defensive gut zu stehen, wenig zuzulassen, um dann im Spiel nach vorn die Nadelstiche zu setzen. Jedoch haperte es beim TSV Melchiorshausen zuletzt bei der Chancenverwertung. „Das können wir noch besser machen“, erklärte Freund.

Allerdings drückt personell ziemlich der Schuh. Dennis Dörgeloh und Kassim Evers haben Knieprobleme, Rustan Arifi sowie Marvin Bertram plagen sich mit Gesichtsverletzungen herum. Zudem muss Matthias Kastens wegen Addukturenschmerzen passen. „Dazu kommen ein, zwei Spieler, hinter deren Einsatz noch ein Fragezeichen steht“, zählt Freund auf. 

Doch auch deswegen fängt der 49-Jährige jetzt nicht an, an den Fingernägeln zu knabbern. „Nun müssen eben andere in die Bresche springen, die den Anspruch haben zu spielen“, macht Freund deutlich. Und die Mannschaft, die morgen auf dem Platz steht, soll und muss alles aus sich herausholen. „Wir müssen über den Einsatz kommen“, fordert der Trainer, „wir müssen laufen, kämpfen und taktisch gut organisiert sein.“

Das war der TSV Melchiorshausen am Mittwochabend gegen den TuS Sulingen zumindest 45 Minuten lang. „Mit der ersten Halbzeit kann ich zufrieden sein. Sulingen hatte zwar mehr Ballbesitz, aber wir haben defensiv gut gearbeitet und ordentlich dagegen gehalten“, resümierte Freund. Und Melchiorshausen ging in der 16. Minute sogar mit 1:0 in Führung, nachdem die Mannschaft schnell

TuS Sulingen dreht nach der Pause auf

umgeschaltet hatte und Lars Behrens die Hereingabe von Jason Traemann über die Linie drückte. „Wir hatten am Anfang nicht die Griffigkeit, die ich mir erhofft hatte“, monierte Sulingens Trainer Maarten Schops.

Mit zunehmender Spieldauer aber übernahmen die Gäste mehr und mehr die Initiative und kamen in der 29. Minute zum Ausgleich: Atsushi Waki bereitete von außen vor, Pascal Löhmann stand in der Mitte frei – 1:1. Und nach einer starken Balleroberung durch Rajann Leymann im defensiven Mittelfeld schloss Offensivmann Taiki Hirooka den Angriff nach einer schönen Einzelleistung mit dem Tor zum 2:1 für die Sulinger ab (40.).

Fünf Minuten nach dem Wechsel erhöhte Chris Brüggemann aus abseitsverdächtiger Position auf 3:1, den Schlusspunkt zum 4:1-Endstand für Sulingen setzte Mehmet Koc nach Pass von Waki. „Es war ein guter Test, eine gute Trainingseinheit. Aber wir wissen, dass wir es noch besser können. Wir müssen lernen, nach einer starken Leistung im nächsten Spiel noch einmal eine starke Leistung abzurufen“, sagte TuS-Coach Schops: „Das ist der nächste Schritt, den wir gehen müssen.

Sein Kollege Wilco Freund sprach abschließend von „zwei ärgerlichen Toren nach taktischen Fehlern“ in der ersten Halbzeit. „Und nach dem Wechsel hätten wir unsere Möglichkeiten besser nutzen müssen.“ Allen voran Jan-Philipp Brünings, der einmal am glänzend reagierenden TuS-Keeper David Schröder scheiterte (62.) und kurz darauf zu hektisch drüberzielte (65.). In Blumenthal muss Melchiorshausen diese Möglichkeiten nutzen. Sonst wird es eng.

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