Florian Scharnitzky von der SG Diepholz – wieder im Sturm und gleich mit Blitz-Hattrick

Der 345-Tore-Mann

Auf und davon: Der Diepholzer Stürmer Florian Scharnitzky (rechts) schoss beim 3:0 gegen den TuS Sulingen II alle drei Tore – in dieser Szene schüttelt er Suat Gayip ab. - Foto: Krüger

Diepholz - Von Malte Rehnert. Florian Scharnitzky ist eben ein sehr bescheidener Torjäger. Die Frage, wie viele Treffer er in seiner langen Karriere in Kreisliga, Bezirksklasse, Bezirksliga, Bezirksoberliga und Landesliga bisher erzielt hat, mag der Stürmer der SG Diepholz erst nicht so recht beantworten. „Puh, das weiß ich nicht genau“, sagte er – und wagte dann doch einen Tipp: „300 vielleicht. Oder 350.“ Ziemlich gut geschätzt. Es sind imposante 345! „Ich mache vorne einfach meinen Job“, sagt Scharnitzky und ergänzt mit einem Grinsen: „Die Zahl ist schon ganz gut.“

Die Treffer 342 bis 345 kamen am Wochendende beim 3:0 des Fußball-Bezirksligisten gegen den TuS Sulingen II dazu. Ein lupenreiner Hattrick binnen 14 Minuten. „Mein schnellster, glaube ich“, mutmaßt der 36-Jährige, „aber es hat irgendwie alles gepasst. Ich stand immer richtig.“ Mit dem x-ten Dreierpack seiner Laufbahn (für ihn beginnt gerade die 18. Herren-Saison) trug Scharnitzky maßgeblich dazu bei, dass sein Heimatverein Diepholz nach üblem Start die Kurve kriegte. „Die Stimmung war am Boden, das 1:8 in Eilvese eine Katastrophe. Danach haben wir uns zusammengesetzt und einiges angesprochen“, berichtet Scharnitzky: „Jetzt haben wir die ersten Punkte und sind auf einem besseren Weg. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“

Dass das bisherige Schlusslicht Diepholz nach zwei Pleiten (2:12 Tore) wieder gewinnen kann, hat auch wesentlich mit Scharnitzkys Comeback im Sturm zu tun. Zuvor war er auch mal überraschend in der Innenverteidigung aufgetaucht. Das habe er Trainer Jörg Behrens empfohlen – zunächst im Scherz. „Aber irgendwann hat mich ,Jockel' dann gefragt, ob ich mir das wirklich vorstellen könnte“, erzählt Scharnitzky. Er konnte – denn: „Ich finde auch diese Position interessant. Mal Tore verhindern statt Tore zu schießen. Da haben wir das Experiment einfach mal gewagt.“

Es dürfte nach dem Hattrick des Bundeswehr-Soldaten jedoch vorerst beendet sein. Scharnitzky behauptet zwar, dass es ihm relativ egal sei, wo er spielt. Doch es klingt durch, dass er seine Paraderolle im Angriff bevorzugt. „Die Torgeilheit ist immer noch da“, sagt er und lacht.

Seit der Saison 1999/2000, als er aus der Diepholzer Jugend ins Herrenteam wechselte, versetzt Scharnitzky die gegnerischen Abwehrreihen in Angst und Schrecken. Vor allem mit seiner enormen Schnelligkeit. Gleich in seinem ersten Jahr schoss er 23 Tore – und den damaligen Kreisligisten zum Aufstieg. Danach waren es immer über 20 Tore, 2004/2005 sogar sagenhafte 45 in der Bezirksklasse. Nur in einer Spielzeit ging „Scharne“ komplett leer aus. 2006/2007 setzte ihn eine Schambeinentzündung außer Gefecht. „Meine einzige schwerere Verletzung“, erinnert er sich, „ansonsten habe ich wohl einfach Glück gehabt.“ Besondere Maßnahmen, um verletzungsfrei zu bleiben, ergreift er nicht.

Ein bisschen merkt Scharnitzky (wurde am Donnerstag 36) sein Alter aber schon. In den vergangenen drei Jahren waren es im Trikot des TSV Wetschen und dann wieder der SG Diepholz „nur“ noch 16, 16 und neun Tore – in der vergangenen Saison traf er erstmals (das Verletzungsjahr ausgeklammert) nicht zweistellig. „Da kamen die Pässe nicht so, und ich habe mich nicht so gut bewegt“, urteilt er. Dennoch: An ein Ende in der „Ersten“ denkt er noch nicht. „Solange ,Palle' da rumturnt, mache ich auch weiter“, kündigt Scharnitzky schmunzelnd an. Sein Teamkollege Marc Pallentien ist 43 Jahre alt und ebenfalls ein absoluter Leistungsträger.

Wenn Scharnitzky so weitermacht wie am Wochenende, dürfte die 350-Tore-Marke bald fallen. Und vielleicht schafft er ja irgendwann sogar noch die 400. „Mal gucken“, meint er und verweist lieber – ganz Teamplayer – auf den erhofften Erfolg mit der Mannschaft: „Es ist wichtig, dass es bei uns ein bisschen ruhiger wird und wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

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