Sulingen - An den genauen Ablauf seines Tores konnte sich Alper Yildirim einen Tag später nur bruchstückhaft erinnern.
„Irgendwann kam der Ball in den Strafraum, und zuerst habe ich versucht, mit meinem schwächeren linken Fuß abzuziehen, doch das ging schief“, erklärt der Mittelfeldregisseur des FC Sulingen, der es beim unmittelbar darauf folgenden zweiten Versuch besser machte und das Leder mit dem rechten Fuß zum umjubelten 1:1 unter die Latte drosch. In der 91. Minute. Zwei Minuten später stand es gar 2:1 für die Sulinger gegen den BSV Rehden II.
Ein Hauch von Barcelona, dem Schauplatz des Championsleague-Finals 1999, umgab also die Sulinger Sportanlage am Sonntag. Wobei der Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga die Rolle von Manchester United einnahm und der BSV Rehden II, der bis kurz vor dem Abpfiff noch mit 1:0 geführt hatte, die des FC Bayern München. Entsprechend wurde gefeiert – auf dem Platz, wo Yildirim unter der Traube seiner Mitspieler zu ersticken drohte. Nach dem Schlusspfiff ging es jedoch weitaus gesitteter zu. „Wäre das Spiel auf einem Samstag gewesen, hätten wir bestimmt noch länger gefeiert. Aber wir mussten ja am nächsten Tag arbeiten“, erklärt der angehende Bankkaufmann. Doch aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, zumal Trainer Dirk Meyer das Team wegen seiner verlorenen Wette noch zum Essen einladen muss. „Da stehe ich im Wort, weil das Team gewonnen hat“, sagt Sulingens Coach, der ausschließlich Lobeshymnen für Yildirim verteilt: „Er wird von Spiel zu Spiel stärker, und abgesehen davon ist er ein toller Mensch.“
„Wir genießen es natürlich gerade, ganz oben zu stehen. Ob das auch am Ende so sein wird, müssen wir mal sehen“, so Yildirim. Immerhin sind die Spiele des FC momentan einen Besuch wert. Auch für Yildirims jüngeren Bruder Özkan. Der bei Werder Bremen unter Vertrag stehende, aber derzeit verletzte Jung-Profi hat zwar das Spiel gegen Rehden II verpasst, dafür sah er die Partie gegen Steimbke. Endstand: 3:0. Zweifacher Torschütze: Alper Yildirim. · dsc
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