Barnstorf - Von Matthias Borchardt26:27 bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen und 23:26 in eigener Halle gegen die TSG Hatten-Sandkrug: In der augenblicklichen Verfassung mit zwei Niederlagen in Folge können die Handballer der HSG Barnstorf/Diep holz die Meisterschaft in der Oberliga abhaken. Barnstorfs Trainer Heiner Thiemann geht sogar noch einen Schritt weiter: „Die Dritte Liga ist momentan kein Thema, das lassen auch die äußeren Rahmenbedingungen nicht zu.“

© Foto: mbo
Lukas Brenning ist neu im Oberliga-Kader der HSG Barnstorf/Diepholz. ·
Die Hinrunde hatte der Drittliga-Absteiger noch ungeschlagen mit 25:1 Punkten abgeschlossen, gewann auch das Duell gegen Verfolger TSV Bremervörde (jetzt Spitzenreiter) mit 27:26. Doch nach der Weihnachtspause finden die Barnstorfer nicht in die Spur zurück. „Es läuft nicht rund – die Ergebnisse erfreuen uns nicht“, unterstreicht Heiner Thiemann.
Es gibt allerdings Gründe, warum der Tabellenzweite seiner Hinrundenform hinterherläuft. Das liegt in erster Linie an der Personalsituation. Gegen die TSG Hatten-Sandkrug fielen die Leistungsträger Nils Mosel (Grippe) und Malte Helmerking (Beschwerden nach Schlag in den Rücken) aus.
Der wurfstarke Linkshänder Denis Maksimovich schleppt sich mit einer Knieverletzung herum, müsste eigentlich operiert werden. Mittelmann Saulius Liutikas schlägt sich mit einer Schulterverletzung (Wurfarm) herum. „Er hat Schmerzen und geht nicht professionell mit der Verletzung um“, kritisiert der HSG-Coach den Litauer. Rückraumakteur Tobias Meyer studiert in Oldenburg, trainiert nur einmal in der Woche mit der Mannschaft. Nicht viel besser sieht’s bei den Studenten Lars Giesen und Martin Golenia aus. Und Jan-Eric
In der zweiten Reihe
drückt der Schuh
Rechtern hatte aufgrund einer Augenentzündung Sportverbot, war für zwei Begegnungen zum Zuschauen verdammt.
Allrounder Marek Saloka stieg nach eineinhalbjähriger Pause im Dezember vergangenen Jahres wieder ein, hilft der Mannschaft zwar, weist aber noch „Defizite in der Abwehr auf“.
„Wir haben eine schlechte Trainingsbeteiligung, können die Ausfälle nicht kompensieren“, betont Heiner Thiemann. Weitere Erkenntnis des 60-Jährigen: „Wir werfen nicht genug Tore.“ Dies macht sich vor allem in der zweiten Reihe bemerkbar, denn da geht eigentlich nur von Denis Maksimovich Gefahr aus. Mit 77 „Buden“ ist der 33-Jährige bester Werfer von den Rückraumakteuren. Von halblinks – eigentlich die Königsposition im Handball – erzielen Malte Helmerking und Tobias Meyer zu wenig Treffer. Sie können Shooter Jan Mohrmann (wechselte nach dem Abstieg zum Drittligisten LiT Handball Nordhemmern/Mindenerwald) nicht ersetzen. Deshalb sagt der HSG-Trainer auch treffend: „Wir sind eine Klasse schlechter als in der vergangenen Saison.“
HSG-Kapitän Nils Mosel sieht das Hauptproblem derzeit im Abschluss: „Wir haben einen Knoten im Kopf. Zwar spielen wir uns genügend Chancen heraus, nutzen sie allerdings nicht.“ Der 29-Jährige hofft, dass es in den kommenden Partien wieder aufwärts geht: „Wir können doch nicht in zwei Wochen das Handball spielen verlernen?“
Da Lukas Brenning am Freitag noch nicht spielberechtigt war, verfolgte er das Heimspiel gegen die TSG Hatten-Sandkrug von der Tribüne aus. Mittrainiert hat der Syker bei der HSG Barnstorf/Diepholz schon. „Es hat mir bislang gut gefallen, aber ich muss mich noch an das Tempo gewöhnen“, gibt der Youngster seine ersten Eindrücke wieder. Er hofft, dass er am kommenden Sonnabend mit zum Aufgebot gehört, wenn sich der Tabellenzweite um 19 Uhr bei der HSG Bützfleth/Drochtersen vorstellt.
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