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Horeis und Azzarello treffen beim 2:1 gegen Wetschen / Scharnitzky-Tor zu spät

Stuhr schockt den Favoriten

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Stuhr - Von Cord KrügerTorwart Mike Jahn schimpfte noch nach dem Abpfiff wie ein Rohrspatz, Trainer Franz-Josef Ripke marschierte fast im Stechschritt vom Platz. Und auch die übrigen Kicker vom TSV Wetschen waren gestern nach der 1:2 (0:1)-Pleite beim TV Stuhr gründlich bedient. Der personell stark aufgerüstete Fußball-Bezirksligist hatte gegen den diszipliniert und konzentriert agierenden Aufsteiger zwar mehr vom Spiel, verfiel aber im Abschluss zu oft in Hektik.

Schnell über die rechte Seite: Geburtstagskind Torben Drawert (l.), hier gegen Daniel Agripino.

Schnell über die rechte Seite: Geburtstagskind Torben Drawert (l.), hier gegen Daniel Agripino.

„Unsere Nachlässigkeiten in der Chancenverwertung waren schon gravierend“, nannte Ripke den Hauptgrund der Niederlage. „Denn besonders in der zweiten Halbzeit war es praktisch ein Spiel auf ein Tor. Aber Stuhr hat das in der Defensive sehr geschickt gemacht.“

Und die TVS-Führung im Rücken gab Sicherheit – selbst wenn die recht glücklich zustande kam: Ein Rückpass von Marcus Pfannenschmidt versprang dermaßen, dass TSV-Keeper Jahn zunächst mit dem Fuß und dann mit der Hand retten musste. Schiedsrichterin Liane Lindenberg entschied auf indirekten Freistoß – und den verwertete Daniel Horeis aus zehn Metern zum 1:0 (21.).

Dabei blieb's bis zur Pause – vor allem, weil sich die Innenverteidiger Janik Troue und Jendrik Wetjen sowie Marvin Arnhold auf der rechten Seite kopfball- und zweikampfstark zeigten.

Und hinter ihnen stand ja noch Jan-Hendrik Gronewold zwischen den Pfosten. Der Neuzugang von Werder III musste schon nach drei Minuten gegen Falk Zboron retten, klärte gegen den allein auf ihn zulaufenden Björn Pattke (49.) und siegte auch in einer Eins-gegen-Eins-Situation über Marcell Katt (64.). „Super, dass Jan bei uns so eingeschlagen hat“, sah sich TVS-Coach Christian Meyer in seiner Wahl bestätigt, ihm gestern den Vorzug gegenüber Benjamin Skupin zu geben. Und wenn Gronewold mal geschlagen war, rettete der Pfosten (73.) oder Kapitän Janik Troue auf der Linie (75.). Beide Male hatte der aktive Andre Krause geschossen.

„Zugegeben: Wir hatten heute gefühlte 35 Prozent Ballbesitz“, räumte Meyer grinsend ein. Aber seine defensiv ausgerichtete Taktik mit einer „Doppel-Sechs“ in Person von Timo Lemcke und Marten Horstmann ging auf. „Auch Torben Drawert hat mehr als sonst nach hinten gearbeitet“, lobte der Coach das gestrige Geburtstagskind. Zudem hätte sich der Sprinter auf der rechten Außenbahn beinahe noch selbst zu seinem 19. Wiegenfest beschenkt – mit einer Vorlage: Seine Hereingabe leitete Riccardo Azzarello zu Daniel Horeis weiter, der allerdings wie schon kurz vorher verzog (59.). Der dritte Konter innerhalb von 120 Sekunden saß jedoch: Im Nachsetzen überwand Azzarello Jahn zum 2:0 (60.).

„Stuhr hat uns ausgekontert“, kommentierte Ripke diese Szene. Danach warf Wetschen weiter alles nach vorn, außer Krauses Versuchen und einem frei vorbei geschobenen Ball des eingewechselten Oliver Zboron (75.) kam aber wenig Gefahr auf. Und auch der ansonsten weitgehend bei Troue abgemeldete Torjäger Florian Scharnitzky wusste, dass sein Anschlusstreffer (87.) zu spät kam.

So freute sich Drawert über ein Drei-Punkte-Geburtstagsgeschenk – und dankte dafür vor allem der Innenverteidigung: „Jendrik und Janik haben das klasse gemacht. Wenn man gegen diese Mannschaft punktet, muss man in der Bezirksliga keine Angst haben.“

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