Diepholz - Von Florian NeuhaussBei so vielen Abgängen kann der Durchblick schon mal leiden. Als Frank Werner, der Sportliche Leiter der SG Diepholz, zu Saisonbeginn die Vorbereitungspläne verschickte, hatte er Manuel Pape einfach nicht auf dem Zettel. „Er war lange verletzt und hat nicht eine Minute gespielt. Außerdem dachte ich, er würde jetzt anfangen zu studieren“, berichtet Werner. Doch Pape rief bei dem 43-Jährigen an und forderte nachträglich einen Plan an.
Die Szene verdeutlicht, wie groß der Umbruch bei der SG in diesem Sommer ausgefallen ist. Einem Dutzend Abgängen stehen elf neue Spieler gegenüber. Dazu kommt in Marco Hegerfeld ein neuer Trainer, dem die umfangreiche Aufgabe zukommt, eine neue Mannschaft auf die Beine zu stellen – die den Namen auch verdient. „Das Material ist da“, betont Hegerfeld, der gleich einem Töpfer damit arbeiten muss. „Handwerklich bin ich allerdings nicht der Begabteste“, gesteht der Coach lachend, der im Steuerbüro Schilling arbeitet.
Von der Entwicklung in Diepholz wurde der 37-Jährige ohnehin überrascht. „Ich hatte mit fünf oder sechs Abgängen gerechnet“, meint Hegerfeld, „dass dann auch Leute gegangen sind, die eigentlich zugesagt hatten, hat mich schon ziemlich gewurmt.“ Er habe aber auch schon ganz andere Aufgaben gemeistert, blickt der ehemalige Trainer des BSV Rehden II zurück: „Wann hatte ich da schon mal 18 bis 20 Mann beim Training?“ Selten wäre übertrieben.
Hegerfeld veranstaltete am Anfang ein Casting, „um zu schauen, welcher Spieler wo seine Stärken am besten einbringen kann“. Zudem sind Trainer und sportlicher Leiter weiter auf der Suche nach neuen Spielern. Getreu dem Motto: „Qualität kann man immer gebrauchen.“ Die hat er in Norbert Polgar und Ferdi Yilmaz für den Angriff. In der Defensive habe er zwar „viel Erfahrung, aber in puncto Schnelligkeit gibt's Probleme“.
Damit das Team die Vorstellungen seines Trainers schnell umsetzen kann, setzte Hegerfeld in der Vorbereitung sechs Einheiten pro Woche an – während der Saison sollen es drei sein. Er favorisiert ein 4-5-1, hat aber auch ein 4-4-2 spielen lassen. Gerade wegen der fehlenden Geschwindigkeit in der Abwehr könnte es aber auch sein, dass der Coach hinten eine Absicherung einbaut.
Defensivspieler Manuel Pape zieht in der Vorbereitung voll mit. „Erstmal“, betont Werner, „wenn er einen Studienplatz bekommt, der nicht in der Nähe ist, dann ist er vielleicht Anfang Oktober schon wieder weg.“
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