Kreis-Diepholz - Von Arne Flügge - Kurz bevor das Transferfenster gestern Nacht schloss, hatte Friedrich Schilling noch einmal alle Hände voll zu tun. „Das ist ja fast schon wie bei einem Bundesligisten“, schmunzelte der Boss des Fußball-Oberligisten BSV Rehden.

Die ersten Eindrücke von Rehdens neuem Abwehrmann Granit Curri waren durchweg positiv.
Am Montagabend wurde dem 60-Jährigen noch Viktor Maier vom Regionalliga-Spitzenreiter SF Lotte ans Herz gelegt. Übrigens von Uwe Brunn, dem ehemaligen Rehden-Coach, jetzt Torwarttrainer bei Lotte. Schilling war durchaus nicht abgeneigt, stieg in die Gespräche mit dem 21-jährigen defensiven Mittelfeldspieler, der schon für den Hamburger SV kickte, ein. Doch der Wechsel kam nicht zustande. Gestern Morgen sagte Schilling Lotte-Fußballobmann Manfred Wilke ab. „Es hat nicht gepasst – aus verschiedenen Gründen“, erklärte der BSV-Chef. Gleiches gilt auch für den 19-Jährigen Stürmer mit dem klangvollen Namen Luis Otavio Casagrande, kurz „Tavinho“ genannt. Der junge Brasilianer hatte sich zuletzt mit einem Tor im Testspiel beim SV Wilhelmshaven empfohlen. „Es gab da am Ende doch zu viele Punkte und Probleme, die noch hätten gelöst werden müssen. Es war nicht machbar“, bedauerte Schilling die Absage an den jungen Angreifer: „Es war eine interessante Variante, und wir wären den Weg auch gegangen, wenn alles gepasst hätte.“
Hat es aber nicht – und so bleiben nach der Transferperiode des Winters unterm Strich zwei Abgänge und zwei Neuzugänge. Stürmer Benjamin Belka wechselt zum Landesligisten RW Damme, Verteidiger Sören Sandmann schließt sich dem VfL Oythe (Landesliga) an. Dafür holte Rehden eins zu eins Ersatz: Vom finanziell schwer angeschlagenen Liga-Konkurrenten Eintracht Nordhorn schlossen sich Angreifer Danny Arend (24) und Verteidiger Granit Curri (24) dem BSV Rehden an. „Wir haben die beiden Abgänge mit diesen Spielern gut kompensiert“, glaubt Schilling: „Damit sind unsere Personalplanungen für diese Saison abgeschlossen. Mehr war für uns nicht mehr drin.“
Somit steht der Kader für den weiteren Saisonverlauf, der am Sonntag (14.00 Uhr) mit dem Nachholspiel bei Göttingen 05 beginnen soll. Das Ziel des BSV Rehden ist klar definiert: der Aufstieg in die Regionalliga.
Allerdings tut sich hier ein nicht unerhebliches Problem für die Rehdener auf. Nach Kickers Emden steht auch Eintracht Nordhorn vor dem finanziellen Kollaps. In letzter Konsequenz würden die Spiele gegen diese Mannschaften aus der Wertung genommen. Rehden würde nicht nur sechs Punkte und zehn Tore, sondern auch Boden im Kampf um den Aufstieg verlieren (siehe Tabellen unten). Rehden rutscht auf Rang sieben ab. Nur noch die ersten Vier steigen auf, der fünfte Platz berechtigt noch zu einem Relegationsspiel.
„Ich bin ziemlich sicher, dass es so kommen wird“, meint Friedrich Schilling, „wenn nicht noch jemand in Emden und Nordhorn mit einem Geldkoffer vor der Tür auftaucht.“ Da dies unwahrscheinlich ist, müssen sich die Rehdener schon jetzt wohl oder übel mit der Situation arrangieren. Und cool bleiben, wie Schilling sagt. „Ich denke nicht, dass uns diese Insolvenzen aus dem Konzept bringen werden. Wir haben viele wichtige Spiele zu Hause. Wenn wir uns alle zusammenreißen, können wir mindestens Platz fünf erreichen. Das muss unser Ziel sein.“
Schließlich hat Schilling seit Jahren eine Vision: Regionalliga-Fußball in Rehden. Er weiß aber auch: „Um dort zu spielen, muss sich dann im Umfeld einiges ändern.“ Schließlich sind die Vorgaben, was vor allem Standards und Sicherheit betrifft, immens. Zudem müssen neue Sponsoren aquiriert werden. Doch das ist Zukunftsmusik. Erstmal ist jetzt, um mit Fußball-Legende Adi Preißler zu sprechen, „entscheidend aufm Platz“.
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