Kreis-Diepholz - Von Björn Knipsund Cord KrügerREHDEN · Grandioser Auftakt, schlimmes Ende: Fußball-Oberligist BSV Rehden trumpfte gestern Abend erst ganz stark auf, ärgerte Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück gewaltig, um dann doch noch mit einer 1:6 (0:1)-Klatsche aus dem NFV-Pokal zu fliegen. „Das ist wirklich nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten“, stellte BSV-Mittelfeldmann Christian Schiffbänker enttäuscht fest: „Aber die ersten Minuten haben richtig Spaß gemacht.“

Schwacher Trost für Maarten Schops (rechts): Osnabrücks Fouad Idabdelhay schnürte seinen Viererpack erst, als der Rehdener schon frisch geduscht am Spielfeldrand stand. ·
Und wie – Rehden hatte total aufgedreht begonnen, jagte die Gäste gleich über die Waldsportstätten. Die rund 1 100 Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Nach nur 30 Sekunden prüfte Schiffbänker erstmals VfL-Keeper Manuel Riemann. Dann übertrieb es mal wieder Maarten Schops: Der Sechser mähte an der Mittellinie Daniel Latkowski um und sah dafür nach nicht einmal drei Minuten Gelb. Rehden konnte es aber auch ansehnlich: Der starke Erdal Ölge ließ Tim Beermann wie einen Anfänger stehen, passte flach in die Mitte, wo Cüneyt Özkan freistehend an Riemann scheiterte (12.). „Für ein Pokalwunder hätte der Ball sitzen müssen“, klagte BSV-Coach Jürgen Stoffregen nach der Partie.
Die Zuschauer wussten davon natürlich noch nichts, sie waren von den Gastgebern begeistert, glaubten an den BSV. Zumal sich auch Rene Damerow im Rehdener Kasten in Topform präsentierte und gegen Gerrit Wegkamp (15.) und Latkowski (23.) glänzend reagierte. Doch in der 24. Minute war er machtlos, als ihm ein Geschoss von Massimilian Porcello um die Ohren flog. Bitter für Rehden: Linksverteidiger Thorsten Tönnies hatte Osnabrück das Tor mit einem kapitalen Fehlpass geschenkt. „Das darf mir nicht passieren“, ärgerte sich der Unglücksrabe.
So dauerte es bis zur 59. Minute, ehe der VfL wieder jubeln durfte: Nach einem blöden Handspiel von Florian Greve zeigte der Unparteiische auf den Punkt, und Idabdelhay vollstreckte souverän. Mit einem Doppelschlag sorgten dann Gerrit Wegkamp (75.) und Idabdelhay (76.), nach erneutem Patzer von Tönnies, endgültig für Klarheit.
Immerhin gab Rehden nicht auf – und wurde mit dem feinen Kopfballtor von Mehmet Koc belohnt (78.). „Da geht noch was“, verkündete Stadionsprecher Matthias Giese. Dafür gab‘s lautes Gelächter und die Treffer drei und vier von Idabdelhay: Erst packte er den Hammer aus (80.), dann ließ er Pekrul ganz schlecht aussehen (84.). Das halbe Dutzend war voll und Rehden ziemlich bedient.
„Das Ergebnis ist wirklich schlecht“, stellte ein zerknirschter BSV-Vorsitzender Friedrich Schilling fest. Vielleicht tröstet ihn ja die Ankündigung von Tönnies: „Wir werden das wegstecken und uns dafür am Sonntag an Osnabrück II rächen.“
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