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Dem Herrn der Ringe zittert im Stechen die Hand

Bundesligafinale Luftpistole: Gilde scheitert am Meister / Problem-Position fünf

Dem Herrn der Ringe zittert im Stechen die Hand

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Kreis-Diepholz - PADERBORN · Als sich die Sgi Waldenburg gestern zum dritten Mal hintereinander als Deutscher Meister mit der Luftpistole feiern ließ, war Michael Meinhard schon wieder zu Hause. Enttäuscht hatten Betreuer und Team der SSGi Bremen-Bassum am Vortag den Heimweg aus Paderborn antreten müssen, nachdem sie im Stechen mit 2:3 gegen Waldenburg verloren hatten. So knapp war die Gilde noch nie an einer Medaille, wenn nicht gar am Meistertitel vorbeigeschrammt.

Artur Gevorgjan hätte in Paderborn zum großen Helden für die Bassumer Gilde werden können. Eine Neun im letzten Schuss verpasste ihm stattdessen den Status Pechvogel. ·

© Foto: Rehnert

Artur Gevorgjan hätte in Paderborn zum großen Helden für die Bassumer Gilde werden können. Eine Neun im letzten Schuss verpasste ihm stattdessen den Status Pechvogel. ·

Die Winzigkeit eines einzigen Ringes hatte über Sensation und Trauer entschieden. Bei Hochrechnungen, die mit 3:0 und 4:1 eindeutig für den Außenseiter aus Bassum sprachen, zog der mitschießende Trainer Artur Gevorgjan an Position zwei in seine ganz persönliche Nervenschlacht. Gegen Abdullah Ustaoglu permanent führend, leitete die letzte Serie den Routinier aufs Glatteis. Ustaoglu holte auf, am Ende stand es 379: 379, Stechen. Ein Schuss. Eine Entscheidung. Gegen die Gilde: Gevorgjan schoss eine Neun, der Rivale traf die Zehn.

Das Trostpflaster, gegen den alten und neuen Meister verloren zu haben, wollte auf der Haut von Betreuer Meinhard nicht so richtig kleben. Denn mit der Gesamtringzahl hatten die Bassumer den Rekordmeister bezwungen (1 884:1 879). „Doppelt bitter“, fand Meinhard, „Bronze oder Silber wäre drin gewesen“. Olena Kostevych, nicht weniger als die Nummer eins der Welt, und die seit Wochen konstant starke Antje Noeske punkteten für die Gilde. Albert Grieskamp unterlag mit nur einem Ring. Als Problem kristallisierte sich – mal wieder – Position fünf heraus, auf der Sascha Sandmann den Vorzug vor Günter Hettig und Pierre Michel bekommen hatte. Sandmann bestritt sechs Ligakämpfe in dieser Saison, kam dabei auf einen Schnitt von 371 Ringen. In Paderborn beließ er es bei 366 Ringen und bezog gegen Andreas Heise (373) die deutlichste Niederlage des Viertelfinal-Wettkampfs.

„Leute, arbeitet an euch. Wenn wir hinten Klatschen kriegen, können wir das vorne nicht immer rausreißen“, appelliert Meinhard schon jetzt speziell an die Konkurrenten um die hinterste Position im Kader. „Das Problem ist, dass wir ja keine Dorfmannschaft sind, sondern international zusammengestellt. Weil wir wenig mannschaftlich trainieren können, müssen die Schützen selbst an sich arbeiten“, sagt der Betreuer, der für die neue Saison im Oktober allerdings schon einen etwas anderen Einstieg ankündigt: „Wir werden Bundesligisten zu Testwettkämpfen einladen.“

Um so vielleicht den ganz großen Wurf möglich zu machen? Mehr als nur die Teilnahme am Bundesligafinale, die von den Bassumern seit Jahren als Mindestziel ausgegeben wird? „Nein“, sagt Meinhard, „damit werden wir uns zurückhalten“. Der Wunsch bleibe ein Sprung unter die ersten Drei. „Dass wir nervlich stabil sind, haben wir bei dem Getöse in Paderborn schon bewiesen“, so Meinhard. Nur Gevorgjan musste Federn lassen. · ahe

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