Kreis-Diepholz - REHDEN · Es zwickt nicht mehr – gerade noch rechtzeitig: Vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club VfB Oldenburg hat Rene Damerow seine Achillessehnen-Probleme auskuriert, die ihn fast einen Monat lang außer Gefecht gesetzt hatten. Jetzt, vor dem morgigen Heimspiel ab 14 Uhr, hofft der Torwart des Fußball-Oberligisten BSV Rehden auf seine Rückkehr ins Tor des Tabellendritten: „Ich habe am Dienstag trainiert und nichts Negatives gespürt – alles okay. Wenn der Trainer mich aufstellt, will ich gern dafür sorgen, dass wir nicht in Rückstand geraten.“
Jürgen Stoffregen hört dies zwar gern, bleibt aber bis zum Abschlusstraining skeptisch: „Wir warten den letzten Belastungstest ab. Rene musste schon einmal kurz vor dem Anpfiff passen, weil er wieder eine Reaktion gespürt hat. Aber er wäre mit seiner Routine natürlich sehr wichtig für uns. Das haben ja die ersten Spiele mit ihm gezeigt.“
Doch auch sonst profitiert der Coach von der Erfahrung des 38-Jährigen – gerade im Vorfeld des brisanten Duells gegen den Zwölften, den Damerow in dieser aus Oldenburger Sicht bisher enttäuschenden Saison schon mehrfach gesehen hat. Die Erkenntnis des Keepers mit seinen bisher 247
Stoffregen warnt vor
Regional- und Oberliga-Einsätzen: „Wenn der VfB in Rückstand geraten ist, ist er nicht mehr richtig zurückgekommen. Die Mannschaft hat bisher nicht das Potenzial gezeigt, einen Gegner permanent unter Druck zu setzen.“ Also rechnet Damerow wie Stoffregen mit einer tief stehenden Gäste-Elf („Das kennen wir ja schon“) – und alles andere wäre angesichts der furchterregenden Rehdener Heimbilanz von 33:1 Toren wohl blanker Leichtsinn von Interimscoach Andreas Boll, der Anfang dieser Woche den glücklosen Timo Ehle auf der Trainerbank ablöste. „Andreas kenne ich noch aus meiner Oldenburger Zeit“, erzählt der Schlussmann, der vom Winter 2001 bis Sommer 2003 sowie von 2007 bis 2009 das VfB-Trikot getragen hatte. Damals coachte Boll die zweite Mannschaft. Zu den weiteren alten Bekannten zählen der aktuelle Kapitän Robert Littmann und Torwart Christian Meyer, der damals eigentlich hinter Damerow die Nummer zwei zwischen den Pfosten war. „Eigentlich. Aber erst hatte mich eine Blutvergiftung außer Gefecht gesetzt, dann kurz danach ein Kreuzband riss – und so stand Christian im Tor.“
Morgen bekommt es Meyer mit dem besten Sturm der Liga zu tun – darunter vielleicht auch wieder Erdal Ölge, der seine Grippe abgeschüttelt hat. „Im Vergleich zur Niederlage gegen Hildesheim bieten sich nun neue Alternativen an“, lässt Stoffregen durchblicken. Konkret benennt er die von einer Umstellung betroffenen Positionen nicht, gleichzeitig nimmt er jedoch niemanden aus der Kritik heraus: „Insgesamt fand das Kollektiv nicht die nötige Bindung zum Spiel.“
Sollten sich diese Fehler wiederholen, „wird es für uns auch gegen Oldenburg nicht gut gehen“, mahnt der 54-Jährige. „Das ist eine kompakte und sehr robuste Mannschaft. Niemand soll glauben, dass es bei uns schon irgendwie läuft, nur weil wir mal wieder zu Hause spielen.“ Denn angesichts des zu erwartenden Anhangs, der aus Oldenburg mit anreißt, „könnte es vielleicht ein Auswärtsspiel für uns werden“. Auch der neue Trainer bringe „bestimmt einige neue Ideen mit. Aber das alles sind Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Wir müssen unseren Fußball durchsetzen.“ · ck
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