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Brüder, Teamkollegen, Konkurrenten und Freunde

Christoph und Henrik Albers sagen auch, warum Kirchdorf nicht absteigt

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Kirchdorf - Von Rafael KaluzaZusammen haben sie 19 Tore erzielt, genau 50 Prozent der gesamten Mannschaft. Christoph (23 Jahre) und Henrik (27) Albers bilden nicht nur das Sturmduo beim Fußball-Kreisligisten TuS Kirchdorf, sondern sind auch immens wichtig für ihr Team. Dennoch bleiben die Brüder ganz bescheiden, hegen keine Wechselgedanken und sind sich sicher, dass ihre Mannschaft nicht absteigt. Eins wird im Interview mit den Kirchdorfern aber auch deutlich: Die Brüder haben ein gesundes, geschwisterliches Konkurrenzdenken.

Ohne die Albers-Brüder Christoph (li.) und Henrik hätte Kirchdorf wohl nie den Sprung in die Kreisliga geschafft. ·

© Foto: Kaluza

Ohne die Albers-Brüder Christoph (li.) und Henrik hätte Kirchdorf wohl nie den Sprung in die Kreisliga geschafft. ·

Wo stünde der TuS Kirchdorf ohne euch in der Kreisliga?

Christoph Albers:Können wir Fragen auch schieben? Ich weiß nicht. Ich denke, wir würden da stehen, wo wir jetzt auch stehen.

Henrik Albers: Ich glaube nicht, dass es besser oder schlechter laufen würde.

Christoph, Du hast bis jetzt neun Tore gemacht und Henrik zehn. Ärgert ihr euch nicht trotz der vielen Tore, dass ihr so weit unten steht?

C. Albers:Uns ärgert das natürlich schon, aber nicht nur uns. Das Problem ist, dass wir nicht gut trainieren. Da schließen wir uns beide auch ein.

Henrik, letzte Saison hast Du noch in der Abwehr gespielt. Wie kam es zum Wechsel in den Sturm?

H. Albers:Ich habe in der Jugend schon mal vorne gespielt und eigentlich kann man sagen: Je höher ich gespielt habe, desto weiter hinten wurde ich eingesetzt. In Twistringen habe ich dann das erste Mal in der Viererkette gespielt. Als ich dann einen Syndesmoseriss hatte und zu Kirchdorf zurückkam, habe ich auch dort gespielt. In dieser Saison haben wir nun auf Dreierkette umgestellt. Da war ich wahrscheinlich zu schlecht hinten . . .

Was gefällt Dir besser?

H. Albers:Klar macht es Spaß, mal ein Tor zu schießen. Ich habe aber keine Lieblingsposition.

Christoph, letzte Saison hast Du 21 Buden gemacht und warst im Prinzip die Lebensversicherung. Ist mit deinem Bruder als Sturmpartner ein wenig der Druck weg?

C. Albers:Es ist auf jeden Fall gar nicht schlecht. Es ist ein ganz anderes Spiel mit zwei Stürmern. Wir teilen uns so ein bisschen die Laufarbeit, dadurch ist es einfacher geworden.

H. Albers (lacht): Wobei ich ungefähr ein Drittel laufe und er zwei Drittel.

Wie gerne spielt ihr als Brüder zusammen?

H. Albers:Für mich war das auf jeden Fall mit ein Grund zu wechseln.

C. Albers: Wir wollen einfach vom anderen, dass er wirklich Gas gibt.

Wie gut versteht ihr euch außerhalb des Platzes?

C. Albers:Wir machen eigentlich relativ viel zusammen. Wir haben die selben Interessen und auch den gleichen Freundeskreis.

Was hättet ihr gerne vom jeweils anderen?

C. Albers (nach langer Pause):Jetzt können wir aber die Frage schieben. Was soll ich von ihm haben wollen? Er kann zwar mit beiden Beinen schießen, aber die sind doch eh’ immer kaputt.

H. Albers: Das ist vielleicht das Ding: Christoph war noch nie richtig verletzt – und ich ziemlich oft.

Wieder zum TuS Kirchdorf: Ihr steht nur vier Punkte vor den Abstiegsrängen. Was gilt es, in der Rückrunde besser zu machen?

H. Albers:Wenn wir eine vernünftige Vorbereitung spielen und uns zusammenreißen, steigen wir nicht ab. Wir haben auch oft Pech gehabt in der Hinrunde.

C. Albers: Wir müssen aber schon mega aufpassen. Eine gute Vorbereitung und gutes Training sind wichtig. Schwarme, Sudweyhe und Hachetal kommen zu uns, da müssen wir was holen.

Gutes Stichwort: Siege gegen den Syke und Mörsen stehen Niederlagen gegen den FC Sulingen II und Schwarme sowie Unentschieden gegen Hachetal und Sulingen II gegenüber. Wieso tut ihr euch gegen die direkten Konkurrenten so schwer?

C. Albers:Wir haben das einfach nicht ernst genommen. Vor den Spielen war die Hälfte der Mannschaft irgendwo unterwegs. Wenn wir nicht der Favorit sind, sind alle viel heißer.

H. Albers: Es gab aber auch Spiele, die hätten wir gewinnen müssen. Auf der anderen Seite muss man auch mal sagen, dass vor ein paar Jahren Lessen für uns ein Vorreiter war. Jetzt spielen wir auch in der Kreisliga, sind fast alle Kirchdorfer, so dass wir auch ein Stück weit zufrieden sein können.

Was sind jetzt die Ziele für die Rückrunde?

C. Albers:Klassenerhalt. Es ist auch egal, wer die Tore schießt.

H. Albers: An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass wir absolut coole Fans haben. Denen müssen wir in der Rückrunde gerecht werden.

Was passiert, wenn ihr absteigt? Fällt die Mannschaft auseinander?

H. Albers:Nein, das kann eigentlich nicht passieren.

C. Albers: Das kann ich mir auch nicht vorstellen.

Jetzt mal Hand aufs Herz, Christoph: Hast Du nach der letzten Saison nicht mal überlegt, zu einer höherklassigen Mannschaft zu wechseln?

C. Albers:Ich habe in der Jugend zwar mal beim TuS Sulingen gespielt, aber nur weil wir zu wenig Leute in Kirchdorf hatten.

H. Albers: Da müsste es schon Streit geben.

C. Albers: Das denke ich auch. Dafür macht es mit den Kumpels zu viel Spaß. Wir gehören einfach zusammen.

Und wie sieht’s bei Dir aus, Henrik?

H. Albers:Ich bin aus Kirchdorf in der Jugend nach Sulingen gegangen und bin dann über Steyerberg nach Twistringen gekommen. Ich bin aus Kirchdorf weggegangen, weil ich meine Grenzen austesten wollte. Es war eine schöne Zeit, ich hatte in Twistringen auch einen Stammplatz. Aber ich habe ich immer schon darauf gefreut, später wieder in Kirchdorf zu spielen. Wechseln werde ich also nicht mehr.

Eine Frage zum Abschluss: Wer hat im internen Torjägerduell am Saisonende die Nase vorn?

C. Albers:Ich natürlich – da gibt’s für Henrik keine Chance.

H. Albers: Dieses Duell ist der größte Ansporn überhaupt, dass ich die gesamte Vorbereitung mitmache.

Habt ihr euch eine Tormarke gesetzt?

C. Albers:Zusammen 30 Tore zu schießen, ist ein realistisches Ziel.

H. Albers: So ist es.

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