Hannover - Alle verbliebenen Spiele der Oberliga Niedersachsen – auch mit Beteiligung der insolventen Clubs Kickers Emden und Eintracht Nordhorn – müssen ausgetragen werden. Das hat das Präsidium des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) während einer Sondersitzung entschieden.

© ksy
Florian Greve
Vor zehn Tagen noch, am 20. Spieltag, hatten sich die Funktionäre des Spielausschusses überraschend flexibel gezeigt und die beiden Partien der Pleite-Clubs – darunter das Match Nordhorn gegen den BSV Rehden – abgesetzt. „Aus verbandsseitigem Interesse“, hieß es damals offiziell. Verbunden mit der Ankündigung „nach einer pragmatischen und verträglichen Lösung für alle Beteiligten“ zu suchen. Einerseits müssen Emden und Nordhorn ihre Spiele, wenn auch außerhalb der Wertung, austragen, um in der nächsten Saison Anspruch auf einen Platz in der Landesliga Weser-Ems zu haben. Andererseits sehen es die restlichen Oberligisten nicht ein, für teures Geld zu wertlosen Spielen anzureisen.
Die Entscheidung des Präsidiums beweist nun zwar, dass die Fesseln der Statuten nach wie vor fest sitzen, doch die Botschaft zwischen den Zeilen spricht für den guten Willen der Funktionäre. In der Pressemitteilung des NFV heißt es: „Präsidium und Verbandsspielausschuss weisen darauf hin, dass das Nichtantreten einer Mannschaft zu einem Pflichtspiel nach der NFV-Spielordnung mit einer Geldstrafe in Höhe von 10 bis 250 Euro geahndet wird. Für den Fall eines Nichtantretens gegen die Oberligateams von Kickers Emden und Eintracht Nordhorn wird der Verbandsspielausschuss unter Berücksichtigung der besonderen Situation eine angemessene Geldstrafe verhängen.“
Rehden trotzt U 23 von
Hannover 96 ein 1:1 ab
Verlierer dieser Regelung sind neben jenen Oberligisten wie dem BSV Rehden, die ihre gegen Emden und Nordhorn erkämpften Zähler verlieren, vor allem die Teams der Landesliga. Dort nimmt man die Pleite-Clubs alles andere als mit offenen Armen auf. Wer steigt schon gerne ab, weil ein schlecht wirtschaftender Verein den Platz beansprucht? Das NFV-Präsidium war ein Stück auf die Landesligisten zugegangen, indem es ein Spieljahr mit Überhang, also mehr als 18 Teams, ermöglichen wollte. Für diese Entscheidung fehlte jedoch die Zustimmung aller 18 Vereine.
Mit dem DFB will der NFV nun aber über mögliche Änderungen von § 6 der DFB-Spielordnung, der die Rechtsfolgen einer Insolvenz regelt, sprechen. Denkbar sei in Zukunft laut Pressemitteilung, dass „die 1. Herrenmannschaft des Vereins nicht nur aus der Wertung, sondern mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder dessen Ablehnung mangels Masse auch aus dem Spielbetrieb genommen wird. Im Falle der Neumeldung zur nachfolgenden Saison würde diese Mannschaft in der untersten Kreisklasse spielen.“
Und damit ganze Fußball-Welten unter dem gestrigen Testspielgegner des BSV Rehden. Gegen die U 23 von Hannover 96, Vierter der Regionalliga, erreichten die Rehdener dank eines Treffers von Florian Greve (40.) ein achtbares 1:1. · ahe
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