Belgien gegen Südkorea gefordert

Van Buyten: Alles, bloß nicht Deutschland

Belgiens Daniel van Buyten möchte Deutschland im Achtelfinale aus dem Weg gehen.
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Belgiens Daniel van Buyten möchte Deutschland im Achtelfinale aus dem Weg gehen.

Sao Paulo - Geheimfavorit Belgien will vor allem Deutschland aus dem Weg gehen. In Südkorea hat schon vor dem sicheren Aus das Hauen und Stechen begonnen.

Endlich glänzen - und vor allem Deutschland vermeiden: Geheimfavorit Belgien will nach zwei Siegen ohne Glanz vor allem einem Achtelfinal-Duell mit der DFB-Elf aus dem Weg gehen. „Jeder, der sich ein bisschen mit Fußball auskennt, möchte nicht gegen Deutschland spielen“, sagte Routinier Daniel van Buyten (36) von Bayern München vor dem letzten WM-Gruppenspiel am Donnerstag in Sao Paulo (22 Uhr MESZ/ZDFinfo) gegen Südkorea.

Ob Rang eins oder zwei nötig ist, um das Duell mit dem Nachbarn zu verhindern, werden die Roten Teufel aufgrund der früheren Anstoßzeit des deutschen Spiels gegen die USA bereits beim Anpfiff wissen. Der Gruppensieg ist allerdings kaum noch zu „vermeiden“ - ein Punkt reicht sicher, und die Südkoreaner glauben selbst nicht mehr an ihre minimale Chance auf das Achtelfinale. Das interne Hauen und Stechen und die Suche nach Schuldigen haben längst begonnen.

„Wir haben leider keinen Führungsspieler“, sagte der Leverkusener Stürmer Heung-Min Son, als Jüngster im Kader (21) bisher noch der Beste in Brasilien: „Solche Spieler gibt es leider nicht oft. Aber wir hätten einen gebraucht, und wir müssen zusehen, dass wir bald wieder einen haben.“

Die Experten in der Heimat haben sich nach dem peinlichen 2:4 gegen Algerien derweil auf Trainer Myung-Bo Hong und Stürmer Chu-Young Park eingeschossen. „Dass Hong auf Park vertraut hat, war sein Untergang“, sagte Ex-Nationalspieler Jung-Woon Ko als TV-Experte. In selber Funktion lästerte der langjährige Bundesliga-Profi Bum-Kun Cha, Park - einst das größte Versprechen in Südkoreas Fußball - irre „herum wie ein Marathonläufer“.

Geheim-Favorit überzeugt bisher nicht

Doch auch in Belgien herrscht nach zwei Siegen durch drei Joker-Tore alles andere als Euphorie. Die Rode Duivels waren bisher ein all zu geheimer Favorit und haben trotz der Achtelfinal-Qualifikation noch keineswegs überzeugt. Trainer Marc Wilmots ist von der Kritik bereits jetzt richtig genervt.

„Irgendwas zu meckern findet man halt immer“, sagte der ehemalige Schalker Eurofighter und findet das Gemäkel an der Spielweise albern. „Immer nur schön-schön-spielen macht niemanden glücklich“, betonte der 45-Jährige: „Effektiv muss man sein. Und genau das waren wir bis jetzt. Bei der WM 2002 haben wir wunderschönen Fußball gespielt und sind frühzeitig rausgeflogen. Wenn ich die Wahl hätte, wüsste ich, für was ich mich entscheiden würde.“

Das „frühe Ausscheiden“ vor zwölf Jahren war im Achtelfinale gegen den späteren Weltmeister Brasilien erfolgt (0:2) - mit Pech und einem zu Unrecht aberkannten Wilmots-Tor. Der ließ nun durchblicken, dass es diesmal auf jeden Fall weitergehen soll als bis in die erste K.o.-Runde: „Für uns geht das Turnier jetzt erst richtig los.“

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Doch van Buyten ließ durchblicken, dass es um den Mannschaftsgeist bisher nicht so gut bestellt ist. Die zahlreichen Komplimente haben vielen der jungen Spieler offenbar den Kopf verdreht. „Wir müssen als Team auftreten, nicht als Einzelspieler“, forderte van Buyten: „Wenn du nicht zu 100 Prozent mit dem Kopf dabei bist und denkst, dass es von alleine läuft, weil die Medien das schreiben, ist es der falsche Weg.“

sid

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