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Nach Kritik wieder auf der Bank: Marin hält jetzt den Mund

Ein Wirbelwind außer Dienst

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Berlin - · Manchmal trügt das Bauchgefühl eben doch nicht, und Marko Marin hatte wohl schon seit Tagen befürchtet, was sich am Samstag wirklich bewahrheitete: Der Dribbelkünstler musste auf der Bank Platz nehmen. Schon wieder.

Noch Fragen? Wer ins Gesicht von Marko Marin schaut, weiß, wie es in ihm aussieht.

Noch Fragen? Wer ins Gesicht von Marko Marin schaut, weiß, wie es in ihm aussieht.

So sehr hatte sich der 21-Jährige auf sein erstes Finale gefreut, war von den Erzählungen seiner Kollegen mit dem Pokalfieber angesteckt – und dann doch wieder zum Zuschauen verdammt. „Bei jedem Spieler kribbelt es, wenn man die Atmosphäre in Berlin erlebt. Natürlich will man dann spielen“, sagte Marin.

Doch zunächst durfte er es nicht. Wie schon in den letzten beiden Partien, als Schaaf auf das Rautensystem umstellte, fiel Marin wieder dem taktischen Plan des Chef-Coaches zum Opfer. „Der Trainer hat sich so entschieden. Das muss ich akzeptieren und damit leben“, sagte Marin enttäuscht. Minute um Minute hatte er auf der Bank geschmort, musste tatenlos mitansehen, wie Schaafs Konzept nicht aufging, und die Bremer gegen das bayrische Bollwerk dem Untergang geweiht waren. In der 54. Minute holte Schaaf den Offensiv-Wirbler doch noch aufs Feld, da stand es jedoch bereits 0:2 für die Münchner. Was sollte Marin da noch ausrichten? Er mühte sich, doch Marin wurde auch ein Teil des Debakels, der kollektiven Enttäuschung. „Wenn man so weit gekommen ist, will man auch gewinnen. Aber heute müssen wir akzeptieren, dass Bayern stärker war und ein super Spiel abgeliefert hat“, sagte Marin. Ansprüche wollte er dennoch nicht anmelden, antwortete sehr verhalten auf die Frage, ob sein Einsatz von Anfang an nicht hilfreich gewesen wäre: „Nach dem Spiel ist das immer einfach zu sagen, aber das Hätte-wäre-wenn bringt nichts“, sagte Marin: „Manche Sachen müssen auch intern bleiben.“

Mit Kritik an Schaafs Personalentscheidungen in den letzten Wochen hatte er sich schon weit genug aus dem Fenster gelehnt. Doch die Tatsache, dass Marin seinen Stammplatz bei Werder verloren hat, trübt nun auch seine Aussichten, bei der WM tatsächlich dabei zu sein. Er droht, einer von Löws vier Streichkandidaten zu werden. Marin aber betont: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Saison. Ich bin Stammspieler und habe super Spiele gemacht. Das nehme ich zur WM mit.“ Marin kann es nur hoffen, seine Bank-Auftritte waren für den Wackelkandidaten zumindest nicht die beste Werbung.

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