
Bremen - Ausgerechnet im kältesten deutschen Winter taut Wesley auf – jedenfalls sein Sprachzentrum. Denn plötzlich kann der Brasilianer deutsch. Mit einem fröhlichen „Ist aber kalt heute“ begrüßte er gestern die Journalisten, die frierend auf den Beginn des Werder-Trainings warteten.

Wesley
Um die Besonderheit dieses Moments zu verdeutlichen, bedarf es einer Erklärung: Wesley hat mit Medienvertretern noch nie ohne Dolmetscher gesprochen. Nun macht er es sogar freiwillig und in der auch nach eineinhalb Jahren in Bremen noch fremden Sprache. Sollte er sich etwa – just zu der Zeit, da die Spekulationen über einen Wechsel größer denn je sind – doch noch in Bremen akklimatisieren?
Ganz so weit und hoffnungsvoll sollte besser niemand denken. Denn der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler ist „nicht so superglücklich in Bremen“ (Zitat Werder-Boss Klaus Allofs) und ruft deshalb um Hilfe: Sein Berater soll mal wieder kommen, sein Berater wird kommen. Schon in der kommenden Woche. Und dreimal darf geraten werden, welches Thema dann im Gespräch mit Allofs ganz oben auf der Tagesordnung steht: Natürlich Wesleys Rückkehr nach Brasilien.
Wesley, einst 7,5 Millionen Euro teuer, beteuert, er wisse nichts von den Interessenten aus Brasilien. Doch das darf ebenso als taktisches Ausweichmanöver verstanden werden wie der von Allofs und im Brustton der Überzeugung dargebrachte 1a-Plan mit Wesley. „Wir wollen ihn nicht abgeben, wir wollen das mit ihm hinbekommen.“ Aber merke: Allofs muss das sagen, alles andere wäre preisdrückend und damit für Werder in hohem Maße geschäftsschädigend. n csa
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