
Hamburg - Werder Bremen hat sich für die deutliche 0:4-Niederlage im Nordderby gegen den Hamburger SV vor gut einem Jahr gerächt. Nach einer starken Leistung gewannen die Bremer durch Tore von Marko Marin , tom Trybull und Marko Arnautovic mit 3:1 (2:0).

© dpa
Matchwinner: Marko Marin erzielte das Führungstor und war einer der aktivsten Bremer
In einem hitzigen Nordderby hat Werder Bremen dem Erzrivalen Hamburger SV einen empfindlichen Rückschlag versetzt. Durch das verdiente 3:1 (2:0) feierten die Bremer am Samstag in der Fußball-Bundesliga ihren ersten Auswärtssieg seit dem 29. Oktober 2011 und untermauerten ihre Ansprüche auf einen internationalen Startplatz. Der ist für den HSV nach der zweiten Punktspiel-Pleite unter Coach Thorsten Fink in weite Ferne gerückt.
Das 96. Nordderby begann für den zuletzt im Aufwind befindlichen HSV mit einer kalten Dusche. Der nach seiner beim 1:0 in Köln abgesessenen Sperre für Gojko Kacar in die Startelf zurückgekehrte Tomas Rincon vertändelte das Leder an der Mittellinie und gestattete den Gästen einen schnellen Gegenstoß. Den nutzten die mit einer stark verjüngten Elf angetretenen Werderaner zum ersten Torschuss der Partie - und schon führte Bremen durch Marins ersten Saisontreffer.
Die Hausherren steckten diesen Rückschlag zwar weg und hatten auch deutlich mehr vom Spiel, ihnen fehlten jedoch die zündenden Ideen. Nach Dennis Aogos Freistoßflanke konnte Paolo Guerrero (12.) den mit Pfiffen begrüßten Bremer Nationaltorhüter Tim Wiese nicht überwinden. Erneut Guerrero (17./31.) und Petric (39.) zielten zudem zu ungenau.
Besser machten es die bei Kontern weiterhin stets gefährlichen Gäste. Marin, der kurz zuvor beim Ausführen einer Ecke von einem halbvollen Wasserbecher getroffen wurde, scheiterte noch an Jaroslav Drobny (45.). Beim auf die Ecke folgenden erfolgreichen Kopfball von Youngster Trybull sah der Schlussmann dann allerdings schlecht aus.
Nach der Pause schaffte es Coach Thorsten Fink, mit Ivo Ilicevic' Hereinnahme für Rincon dem HSV-Spiel neuen Schwung zu verleihen. Prompt bot sich Petric eine Top-Chance, doch der starke Wiese wehrte den Schuss des Kroaten spektakulär ab (48.). Als im Gegenzug Markus Rosenberg die 100-prozentige Gelegenheit zum 3:0 vergab (49.), wurde Werder-Trainer Thomas Schaaf an der Seitenlinie zum Rumpelstilzchen.
Der in den letzten drei Nordderbys daheim siegreich gebliebene HSV drängte nun gewaltig, doch Aogo (50.), Jacopo Sala (55.) und vor allem Ilicevic (60.), dessen Schuss vom rechten Außenpfosten zur Seite abtropfte, waren bei vielversprechenden Aktionen nicht vom Glück verfolgt. Petric' Freistoßtor sorgte noch einmal für Hoffnung beim HSV, die Arnautovic kurz vor Schluss aber zunichtemachte.
(dpa)
Trainer Thomas Schaaf (Bremen): „Es war ein tolles Derby, in dem wir verdient als Sieger vom Platz gegangen sind. Wir haben unsere Taktik gut umgesetzt und sind dafür am Ende belohnt worden. Ausschlaggebend war auch, dass wir uns in Punkto Ballsicherheit verbessern konnten.“
Ballbesitz in %: 65,5 - 34,5
Torschüsse: 18 - 13
gew. Zweikämpfe in %: 56,7 - 43,3
Fouls: 15 - 25
Ecken: 3 - 2
Hamburg: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Rincon (46. Ilicevic), Jarolim - Sala (72. Arslan), Jansen (71. Son) - Guerrero, Petric. - Trainer: Fink
Bremen: Wiese - Fritz, Affolter, Sokratis, Hartherz - Bargfrede - Junuzovic, Trybull (87. Schmitz) - Marin (82. Ignjovski) - Rosenberg (71. Arnautovic), Pizarro. - Trainer: Schaaf
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore: 0:1 Marin (9.), 0:2 Trybull (45.), 1:2 Petric (76.), 1:3 Arnautovic (86.)
Zuschauer: 56.553
Beste Spieler: Jarolim, Petric - Wiese, Marin
Gelbe Karten: Jarolim (3) - Bargfrede (6), Fritz (4), Trybull
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