
Von Björn Knips und Arne Flügge · Irgendwie ist es schon grotesk: Werder Bremen schlägt den Titelverteidiger und ist trotzdem raus aus der Champions League. Und selbst für das Überwintern in der Europa League war der Bundesligist nicht gut genug.

© dpa
Es war ein perfektes Spiel für die in den vergangenen Wochen doch arg geschundene Werder-Seele.
Aber das war ja alles schon vor dem 3:0 (1:0)-Heimsieg gestern Abend gegen Inter Mailand klar. Gegen die Italiener ging’s eigentlich nur um ein bisschen Wiedergutmachung für einen verpatzten Wettbewerb, 800 000 Euro Siegprämie und Selbstvertrauen für die Aufholjagd in der Liga. Aber am Ende wurde es sogar die große Versöhnung mit den Fans.
Die Italiener dachten da offenbar völlig anders. „Siegertypen“ hatte Coach Rafael Benitez in der Startelf versprochen, um im Fernduell mit Tottenham noch die Chance auf den Gruppensieg zu wahren. Doch davon war in Abwesenheit der geschonten Stars wie Wesley Sneijder, Lucio oder auch Dejan Stankovic nichts zu sehen. Der Titelverteidiger bot ein jämmerliches Bild. Dabei war die Besetzung immer noch ziemlich namhaft, aber Samuel Eto‘o und Co. dachten wohl schon an die Club-WM nächste Woche im warmen Abu Dhabi.
Diese Einladung zur Krisenbewältigung nahm Werder dankend an und zeigte teilweise fast schon vergessenen Zauberfußball: Bestens getimte Hereingabe Almeida, perfekte Direktabnahme Marko Arnautovic – 2:0 (49.). „Oh, wie ist das schön“, dröhnte durchs Rund – und das dürfte vor allem dem Torschützen gut getan haben. In dieser Szene bewies der 6,5-Millionen-Euro-Einkauf endlich mal seine Klasse, und das ausgerechnet gegen seinen Ex-Club, bei dem er im vergangenen Jahr fast nie spielen durfte.
Es war ein perfektes Spiel für die in den vergangenen Wochen doch arg geschundene Werder-Seele. Daran änderte auch nichts, dass Hunt (72.) und Almeida (75.) Pech im Abschluss hatten, oder Cambiasso für Inter den Innenpfosten traf (67.). Viel wichtiger war, dass einer aufs Feld zurückkehrte, auf den Werder eigentlich nicht verzichten kann: Claudio Pizarro. In der 75. Minute wurde der Peruaner eingewechselt und natürlich frenetisch gefeiert. Und in der 88. Minute war auch klar, warum: Der Mann mit der Rückennummer 24 schlug eiskalt zu – 3:0. Ein verdientes Ergebnis, nachdem zuvor Mertesacker (80.) und Hunt (82.) am Aluminium gescheitert waren.
Schade, dass Inter so schnell wohl nicht nach Bremen zurückkehren wird. Denn dieser Gast ist super. In den letzten 13 Champions-League-Spielen gewann Werder nur zweimal – gestern und vor fast genau zwei Jahren natürlich gegen Inter.
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