
Valencia - In Valencia kracht es in diesen Tagen gewaltig. Zwei Wochen lang findet jeden Mittag in der Innenstadt ein großes Feuerwerk statt – und mehrere Tausend Spanier schauen begeistert zu. Da war es fast schon Pflicht, dass es gestern Abend auch im Achtelfinal-Hinspiel der Europa-League gegen Werder Bremen richtig zur Sache ging.

Zweikampf zwischen Tim Borowski und Valencias Rotsünder Ever Badega. Schiedsrichter Martin Atkinson, eine Hauptfigur des Abends, hat’s genau im Blick.
Nach einer denkwürdigen Partie stand ein 1:1 (0:1), das dem Bundesligisten eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag in Bremen beschert.
Werder-Trainer Thomas Schaaf setzte im Estadio Mestalla auf erfahrene Kräfte. Auf den Außen verteidigten Clemens Fritz und Petri Pasanen – und als zweiter Sechser neben Torsten Frings durfte Tim Borowski ran. Ausgerechnet Borowski, der vor gut fünf Jahren die Valencia-Fans mit einer obszönen Handbewegung in Rage gebracht hatte.
Die wütenden Valencianer gaben nun Vollgas – und die Gäste kamen gehörig ins Schwimmen. Banega (28.) und David Villa (29.) ließen zwei Hundertprozentige ungenutzt. Dann lenkte Werder-Keeper Tim Wiese einen Banega-Kracher an den Pfosten (32.). Angriff auf Angriff rollte auf das Tor der Gäste, der Ausgleich lag in der Luft. Doch beinahe hätte Marin die Spanier endgültig geschockt, scheiterte aber zweimal (33./40.) an FC-Torwart Cesar. Dafür brachte Schiri Atkinson die Gastgeber noch einmal auf die Palme: Mitten in einen vielversprechenden Angriff hinein pfiff der Unparteiische zur Pause – seltsam, seltsam . . .
Doch aus Sicht der Spanier kam alles noch schlimmer, denn in der 55. Minute flog Banega vom Platz – und wieder war’s eine knifflige Szene. Atkinson verließ sich auf seinen Schiedsrichter-Assistenten, der am Mittelpunkt eine Tätlichkeit an Marko Marin gesehen hatte. Sekunden zuvor hatte der Bremer die Gastgeber mit einer Schwalbe im Strafraum ziemlich wütend gemacht. Offenbar war die Tätleichkeit die handgreifliche Strafe dafür.
Der Platzverweis entpuppte sich allerdings nicht als Nachteil für Valencia. Denn der Tabellendritte der Primera Divison drehte nun richtig auf und kam prompt zum Ausgleich: Juan Mata drückte die Kugel nach einer vergebenen Riesenchance von Silva über die Linie (57.). Jetzt wurde das Estadio Mestalla seinem Ruf als Hexenkessel gerecht, da wurden Erinnerungen an 2005 wach. Die Fans waren außer Rand und Band, genauso wie ihr Team auf dem Platz. Trotz Unterzahl spielte Valencia auf Sieg. Und hätte Wiese gegen Silva (63.) und David Navarro (79.) nicht glänzend reagiert, wären die Bremer tatsächlich noch als Verlierer vom Platz gegangen. Andererseits: Borowskis Kopfball ging auch nur knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei (83.), genauso wie Pizarros Schuss (90.).
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