
Mönchengladbach · Kindheitserlebnisse sind oft prägend. Gerade für jene, die es später einmal zum Profifußballer bringen.

Gladbachs Rückhalt: Marc-Andre ter Stegen. ·
Marc-Andre ter Stegen muss dieser Tage wieder die Geschichte erzählen, wie er einst als Knirps im altehrwürdigen Bökelbergstadion an der Hand von Oliver Kahn eingelaufen ist. Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München – ein Bundesliga-Klassiker. Und mit Kahn hatte ter Stegen die Ikone unter Deutschlands Torhütern zu fassen bekommen. „Das war damals Gänsehaut pur“, erinnert sich ter Stegen an die Begegnung mit seinem Vorbild.
Heute ist er selbst eines. Denn wie rasch es in dieser schnelllebigen Branche gehen kann, hat der 19-Jährige gerade am eigenen Leib erfahren. Als das Torwart-Talent nämlich am Donnerstag auf den Trainingsplatz am neuen Borussia-Park kam, klatschten sogar die Kollegen Applaus. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass die Nummer eins seinen ursprünglich bis 2014 datierten Vertrag zu deutlich verbesserten Bezügen bis 2015 verlängert hatte. Dem in Mönchengladbach geborenen und seit dem vierten Lebensjahr an die Borussia gebundenen Eigengewächs war damit die Wertschätzung eines kometenhaften Aufstiegs zuteil geworden. Als „schönes Signal vor den kommenden wichtigen Spielen“ wertet Sportdirektor Max Eberl die Unterschrift seines Ballfängers, der genau wie Stürmerstar Marco Reus als Identifikationsfigur durchgeht.
Heute geht es gegen Wieses Arbeitgeber Werder – und da rechnet ter Stegen mit einem arbeitsreichen Nachmittag: „Über die Qualität von Bremen müssen wir nicht reden. Wir wollen aber unser Spiel durchbringen und hoffentlich punkten.“
Hier wie dort gilt das Verfolgerduell als Nagelprobe, obgleich die Ansprüche am Niederrhein bei den Verantwortlichen nicht höhergeschraubt werden. Sollen die Fans doch von der Rückkehr in den Europapokal träumen, Eberl und Favre würden solche Ziele niemals formulieren. Eberl, der aufgeweckte Ex-Profi, und Favre, der listige Schweizer, bilden mittlerweile eine gut funktionierende Einheit, die nach außen gerne auf Understatement macht und nach innen vor allem bemüht ist, den derzeitigen Stamm längerfristig zu binden. Bei ter Stegen ist das jetzt zur richtigen Zeit gelungen. · mb
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