
Bremen - Fast schon flehend hielt die Mutter mit ihren beiden Kindern das Plakat hoch. „Diego, wann kommst Du nach Hause?“ stand drauf. Und die drei waren am Freitagabend im Weserstadion nicht die einzigen gewesen, die sich die Rückkehr des Mittelfeldstars zu Werder Bremen herbeiwünschten.

© nordphoto
Werder fehlt in dieser Saison ein Spielmacher, ein kluger Kopf, ein Stratege - viele wünschen sich da Diego zurück.
Denn Werder fehlt in dieser Saison ein Spielmacher, ein kluger Kopf, ein Stratege, der in engen Situationen die zündende Idee hat, ein Spiel mit dem tödlichen Pass oder einem Genie-streich entscheiden kann. Diego ist so ein Spieler, ebenso wie es Mesut Özil war oder ein Johan Micoud. Nach dem Weggang von Özil vergangenen Sommer zu Real Madrid wurde die Tradition starker Spielmacher an der Weser jedoch unterbrochen, denn es ist nicht gelungen, die Lücke zu schließen.
Ein spätes Eingeständnis und sicher einer der Gründe, warum Werder in diesem Jahr gegen den Abstiegs und nicht um die internationalen Plätze spielt. Zumindest aber ein Indiz dafür, dass einfach keine spielerischen Mittel gefunden werden, wenn sich der Gegner – wie Wolfsburg am Freitagabend – fast nur hinten reinstellt.
Ein Manko, das auch Allofs erkannt hat. Und daher kündigte der Werder-Boss an, die entstandene Kreativ-Lücke im Bremer Spiel wieder schließen zu wollen. „Micoud, Diego, Özil – das waren alles Hochkaräter für Werder“, sagte der 53-Jährige: „Wir werden sehen, ob wir das für die nächste Saison oder das nächste Jahr hinbekommen.“
Klar, dass in diesem Zusammenhang der Name Diego fällt. Doch eine Rückholaktion sei derzeit kein realistisches Thema, wie Allofs noch einmal unterstrich: „Es besteht keine Möglichkeit, ihn für die nähere Zukunft wieder zu verpflichten.“
Auch Diego kann sich ein erneutes Engagement an der Weser, wo er von 2006 bis 2009 die Fans in Verzückung versetzt hatte, derzeit nicht vorstellen. „Ich denke, das kommt im Moment für beide Seiten nicht in Frage“, erklärte der 26-Jährige: „Da besteht keine Chance. Ich habe einen Vertrag in Wolfsburg unterschrieben, wurde dort sehr gut aufgenommen. Ich gebe jetzt alles für diesen Club.“
Gleichwohl erklärte der Brasilianer, der bei seiner ersten Rückkehr ins Weserstadion mit Applaus gefeiert worden war, „dass mein Respekt vor Werder immer groß sein wird und ich es toll finde, dass die Bremer Fans mich immer noch mögen“. Für die Mutter und ihre beiden Kinder, die das Plakat hochhielten, dürfte diese Liebeserklärung freilich nur ein schwacher Trost gewesen sein . . .
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