
Von Björn Knips · Der Beifall kam nicht nur aus dem Werder-Fanblock. Auch die fairen Bilbao-Anhänger applaudierten am späten Mittwochabend für den verdienten 3:0-Sieger Werder Bremen. So angenehm wird’s am Sonntag in Hamburg (15.30 Uhr/Sky live) ganz gewiss nicht – weder auf noch neben dem Platz. Es ist Derbyzeit, und Werder verspricht, die richtigen Lehren aus dem Bilbao-Spaziergang gezogen zu haben.

Claudio Pizarro ist zurück, trifft wieder – und freut sich wie auch Sebastian Prödl auf das Nordderby am Sonntag in Hamburg.
„Zum Glück geht’s zum HSV, da kommt ganz sicher keiner auf die Idee, den Gegner zu unterschätzen und weniger als 100 Prozent zu geben“, meinte Werder-Boss Klaus Allofs. Und Kapitän Torsten Frings stellte nach dem Gruppensieg in der Europa League klar: „Es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. O.k. – Bilbao hatte gegen uns keine Chance. Aber der HSV wird brennen, weil wir ihm letzte Saison alles versaut haben, was man nur versauen konnte.“ Die Erinnerung an dieses verrückte Frühjahr macht jedem Bremer immer wieder Spaß. In vier Duellen innerhalb von nur 19 Tagen schmiss Werder den Nachbarn aus dem DFB-Pokal, dem UEFA-Cup und beendete auch alle Hamburger Titelträume in der Bundesliga.
Dabei geriet Claudio Pizarro sogar ins Schwärmen: „Die erste Halbzeit war einfach überragend, sensationell! Wir haben One-Touch-Football gespielt.“ Der Peruaner hatte sein Team schon nach 13 Minuten in Führung geköpft. „Das Tor war ganz wichtig für mich. Aber noch wichtiger war, dass mein Fuß über eine Stunde lang gehalten hat“, sagte der 31-Jährige, der erstmals nach siebenwöchiger Verletzungspause wieder in der Startelf gestanden hatte.
Schnell nach Pizarros Treffer sorgten Naldo (21.) und Markus Rosenberg (34.) für klare Verhältnisse. Nach der Pause ließen es die Gäste dann etwas ruhiger angehen. Etwas zu ruhig, wie Allofs fand, „doch heute will ich eigentlich nichts Negatives ansprechen“. Also stellte er lieber positiv fest, dass Werder Kraft sparen konnte. Ganz besonders gilt das für Aaron Hunt und Marko Marin. Denen hatte Thomas Schaaf eine Erholungspause auf der Bank gegönnt und Marin erst spät in der zweiten Hälfte gebracht. „Wir hatten in dieser Saison eine hohe Belastung, gerade auch Aaron und Marko, die immer marschiert sind. Deshalb war es gut, hier mal die Möglichkeit zu haben, sie draußen zu lassen“, erklärte der Coach.
Beim Nordderby wird das sicher nicht passieren. Da darf sich niemand schonen. „Der HSV ist schon eine ganz andere Kategorie als Bilbao“, machte Schaaf klar. Sorgen bereitet ihm das aber nicht. Das Vertrauen in die eigene Stärke ist nicht nur durch den Auftritt in Bilbao sehr groß: „Wir haben insgesamt eine gute Halbserie gespielt. Wenn wir diese Leistung in Hamburg abrufen, dann können wir auch da gewinnen.“
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