
Bremen - Um 20.14 Uhr kam am Samstagabend die Kirsche auf die Sahne. Werder führte im Nordderby gegen den HSV komfortabel mit 2:0, da rief Trainer Thomas Schaaf den Brasilianer Naldo zur Bank.

Naldo erlebte einen tollen 29. Geburtstag.
Der Jubel im Weserstadion war fast noch lauter als bei Claudio Pizarros Traumtor wenige Minuten zuvor. Nach 16 quälend langen Monaten Pause wegen einer schweren Knieverletzung kam der Innenverteidiger für Pizarro ins Spiel. Das ersehnte Comeback für Werder, ein sehr bewegender Moment mit Gänsehaut-Garantie, ein Traum für den sympathischen Abwehrmann. Und das auch noch an seinem 29. Geburtstag, auf den er später mit seiner Familie und seinem Kumpel Wesley mit einem Gläschen Wein anstieß.
Schon beim Einlaufen vor dem Spiel hatten die Fans den Rückkehrer mit der Nummer vier frenetisch gefeiert. Naldo genoss es, streckte die gefalteten Hände gen Himmel und winkte dann fröhlich ins Publikum. Während der Partie durfte sich der Brasilianer, der in Testspielen langsam wieder herangeführt worden war und am Samstag erstmals im Pflichtspiel-Kader stand, bereits aufwärmen – und dann endlich rein. „Es war aber kein Geschenk zum Geburtstag“, betonte Schaaf: „Die Leistung entscheidet – und die hat er gebracht. Es freut mich für ihn, denn er hat konstant gearbeitet, immer an sich geglaubt und nie aufgegeben.“
Diesen Kampfgeist lobten auch die Mitspieler. „Naldo ist ein Riesengewinn für die Mannschaft“, findet Kapitän Clemens Fritz. „Viele hatten ihn doch schon abgeschrieben – umso schöner für ihn“, meinte Abwehrkollege Sebastian Prödl. „Ich weiß, wieviel Geduld er haben musste, der Trainer hat immer wieder mit ihm gesprochen. Ich bin mir sicher: Jetzt wird seine Zeit kommen“, meinte Pizarro.
Das glaubt auch Naldo selbst. „Ich fühle mich sehr gut, im Training wird es jeden Tag besser. Und wenn ich gebraucht werde, stehe ich bereit.“ Er weiß allerdings, dass die Konkurrenz sich nicht so einfach rausdrängen lässt und gegen den HSV durchaus überzeugte: „Wir haben hinten sehr gut gestanden, Sebastian Prödl und Andreas Wolf haben ihre Sache toll gemacht.“ Auch deshalb kam er nicht als Innenverteidiger aufs Feld, sondern als zweiter „Sechser“. · mr
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