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Dicke Luft in Bremen: Werder kritisiert seine Fans

Allofs schimpft: „Die jungen Spieler brauchen Unterstützung“ / Özil findet’s „schade“

Dicke Luft in Bremen: Werder kritisiert seine Fans

208.03.10|Werder Bremen|Werder Bremen|99
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Artikel: Dicke Luft in Bremen: Werder kritisiert seine Fans

Bremen - Von Björn Knips · Nanu, nach dem 2:2 (0:2) gegen den VfB Stuttgarte ärgerte sich Klaus Allofs weniger über zwei verpasste Punkte im Kampf um einen Europa-League-Platz, sondern viel mehr über das eigene Publikum.

Werders Aymen Abdennour (rechts) machte nicht nur in dieser Szene gegen Stuttgarts Timo Gebhart eine schlechte Figur.

„Ich habe den Eindruck, dass einige hier in Bremen nicht begreifen, dass wir unseren jungen Spielern helfen müssen, statt sie zu verdammen“, schimpfte der Boss von Werder Bremen. Als Leidtragende hatte er Aymen Abdennour, Sebastian Prödl und Mesut Özil ausgemacht. „Bei schlechten Aktionen war immer gleich ein Raunen oder sogar Pfiffe zu hören. Und bei guten Aktionen blieb es ruhig. Da kann man auch mal klatschen“, ereiferte sich Allofs. Von heiler Werder-Welt kann in diesen Tagen keine Rede sein.

Die Noten

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Auch Naldo wunderte sich über die Kritik von den Rängen. „Das dürfen unsere Zuschauer nicht machen, sie müssen gerade unsere jungen Spieler unterstützen und uns alle anfeuern“, forderte der Abwehrspieler. Und Özil war ziemlich enttäuscht: „Natürlich habe ich die Pfiffe gehört. Es ist einfach nur schade, wenn das Publikum so reagiert. Auch wenn ich verstehen kann, dass die Stimmung bei einem Rückstand nicht so gut ist.“

Doch das Ergebnis war gar nicht so sehr ausschlaggebend für die Verärgerung auf den Rängen. Die zahlende Kundschaft regte sich vielmehr über das Auftreten einzelner Akteure auf. Ganz besonders im Fokus stand dabei Abdennour, der sich haarsträubende Fehler leistete. Als der 20-jährige Tunesier dann nach 18 Minuten im eigenen Fünf-Meter-Raum einen kläglichen Klärungsversuch ablieferte, sprangen zahlreiche Fans empört auf und forderten dessen Auswechslung. Sprechchöre gab’s allerdings nicht, und von einem Pfeifkonzert gegen Abdennour konnte auch keine Rede sein. Für Naldos Geschmack war’s trotzdem zu viel Kritik – und der Brasilianer nahm seinen Teamkollegen in Schutz: „Aymen hat eine sehr gute Qualität, die er im Training auch zeigt. Aber er ist noch jung und muss noch einiges lernen. Wir werden ihm dabei helfen, und das sollte das Publikum auch tun.“

90 Minuten in 80 Bildern

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Prödl musste sich ebenfalls einige Unmutsäußerungen gefallen lassen. Doch die Kritik hielt sich in Grenzen, denn viele wussten, dass der Österreicher als Außenverteidiger nur ein Notnagel ist.

Für Özil gilt das freilich nicht. Der 21-Jährige durfte auf seiner Lieblingsposition ran, war als Zehner im Mittelfeld mit den nötigen Freiheiten ausgestattet – und kam trotzdem nur selten zur Geltung. Dafür gab’s umso häufiger Ballverluste und deshalb auch Pfiffe. „Die Zuschauer wissen nun einmal, was Mesut für super Qualitäten hat. Und wenn sie die von ihm nicht sehen, sind sie enttäuscht“, meinte Naldo und fügte noch an: „Okay, gegen Stuttgart war Mesut nicht so gut, aber deshalb darf man ihn nicht auspfeifen. Wir müssen einfach hoffen, dass er es am Donnerstag in Valencia besser macht.“

Dort dürften Özil und Co. zumindest Pfiffe von den eigenen Fans erspart bleiben. Denn bei solchen Reisen sind nur die treuesten Fans dabei, die ihr Team fast immer bedingungslos unterstützen. Am Sonntag folgt dann gleich die nächste Auswärtspartie in Hoffenheim. Erst am Donnerstag, 18. März, kann im Heimspiel gegen den FC Valencia überprüft werden, wie die überraschende Kritik am eigenen Publikum bei den Fans angekommen ist.

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