
Bremen - Von Carsten Sander · Etwas überspitzt dargestellt, werden die kommenden sechs Tage für die die Werder-Profis wie folgt aussehen: Vom Schlafanzug ins Trikot und wieder zurück.

© Nordphoto
Verschnaufpausen wie hier für Per Mertesacker wird es bis Dienstag kaum geben. Auf Werder warten drei Spiele in drei Wettbewerben.
Für mehr Aktivitäten bleibt bei Spielen in der Europa League, in der Bundesliga und im DFB-Pokal kaum Zeit. Dreimal müssen die Bremer von morgen bis Dienstag ran – ein Hammerprogramm, das im Vorfeld zum Stöhnen und Klagen anregt. Doch Sportdirektor Klaus Allofs hat für die Hatz durch die Wettbewerbe bereits eine klare Regel aufgestellt. Sie lautet: Jammern verboten!
„Sicher“, sagt Allofs, „es ist schon außergewöhnlich, was da auf uns wartet. Aber wir dürfen uns auch nicht verrückt machen.“ Cool bleiben und „den inneren Schweinehund überwinden“ – so könnten in dem Trommelfeuer an Spielen drei Volltreffer gelandet werden.
Entgegenkommen wird den Bremern, dass alle drei Partien im Weserstadion stattfinden. Und weil auch die Bundesliga-Partie am Samstag kommender Woche gegen den 1. FC Nürnberg ein Heimspiel ist, steht Werder nicht nur vor dem Novum, dreimal in sechs Tagen antreten zu müssen, sondern auch vor der Einzigartigkeit, vier Spiele in Folge auf eigenem Terrain zu absolvieren. „Das erspart uns wenigstens die Reisestrapazen“, sagt Clemens Fritz und sieht darin „einen kleinen Vorteil“ für den anstehenden Dreierpack gegen Valencia, Bochum und Augsburg.
Dennoch: Die Regenerationsphasen werden kurz sein, da braucht es einen langen Atem. Und vor allem mentale Kraft, meint Mertesacker, der als einziger Werder-Profi alle bislang 41 (!) Bremer Pflichtspiele der Saison von Anfang bis Ende bestritten hat – plus fünf Fulltime-Länderspiele. Er hat also die maximale Belastung. Über Müdigkeit zu klagen, kommt ihm trotzdem nicht in den Sinn. „Wichtig ist immer, dass man sich den Spaß an den Spielen erhält. Das ist jedenfalls das, was mich trägt“, sagt er und hält es bei seinem Rat an die Kollegen mit Klaus Allofs: „Wir müssen einfach verdrängen, dass es anstrengend wird. Den Terminplan können wir ja eh’ nicht ändern, müssen uns den Zwängen ergeben.“ Außerdem, so Mertesacker: „Die Vorfreude auf das, was wir erreichen können, ist bei mir sowieso größer als alles andere.“ Das ist dann wohl positives Denken perfekt praktiziert.
Aber Mertesacker lebt natürlich auch nicht außerhalb der Belastbarkeitsgrenzen. Er weiß: Gerade das Bundesliga-Spiel gegen Bochum, nur 42 Stunden nach dem Valencia-Match, wird extrem hart: „Die meisten Sportler sagen, dass erst am zweiten Tag nach dem Wettkampf der Tiefpunkt kommt.“ Gegenmaßnahmen? Petri Pasanen kennt eine: „Viel schlafen.“ Eben vom Schlafanzug ins Trikot und wieder zurück.
Facebook 'Like Box' wird geladen...

Karte wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.