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Desaster im Spitzenspiel – 0:5

Gladbach und Reus walzen Werder nieder

Desaster im Spitzenspiel – 0:5

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Werder-Bremen -

RATLOSIGKEIT bei Claudio Pizarro, Philipp Bargfrede, Aaron Hunt und Marko Arnautovic (v.l.) nach der 0:5-Pleite.

© Foto: nph

RATLOSIGKEIT bei Claudio Pizarro, Philipp Bargfrede, Aaron Hunt und Marko Arnautovic (v.l.) nach der 0:5-Pleite.

M’GLADBACH. Endlich mal einen direkten Konkurrenten schlagen – mit diesem Ziel war Werder gestern Nachmittag bei Borussia Mönchengladbach angetreten. Stattdessen gab es im Spitzenspiel Dritter gegen Vierter so richtig „Dresche“. Angetrieben vom alles überragenden Dreifach-Torschützen Marco Reus, walzte Gladbach die völlig überforderten und entsetzlich schwachen Bremer mit 5:0 (3:0) nieder – und zog in der Tabelle vorbei.

„Darüber brauchen wir gar nicht zu reden. Das war einfach katastrophal“, meinte Stürmer Marko Arnautovic. „Wut und Enttäuschung sind ziemlich groß“, gestand Keeper Tim Wiese, „das war ganz sicher unser schlechtestes Spiel in dieser Saison.“ Und Kapitän Clemens Fritz sprach von einem „rabenschwarzen Nachmittag“.

Dabei hatte Werder vor 53 465 Zuschauern im ausverkaften Borussia-Park gut begonnen und die erste dicke Chance gehabt. Nach einem Foul an Philipp Bargfrede gab’s Freistoß. 16 Meter vor dem Tor, zentral, perfekte Lage – doch Aaron Hunt blieb hängen (10.). Brandgefährlich wurde es stattdessen auf der anderen Seite. Nach einer Kombination über Marco Reus und Mike Hanke schoss Roman Neustädter nur wenige Zentimeter vorbei (13.). Jetzt war Feuer drin! Beim Freistoß-Schlenzer von Mehmet Ekici war Borussen-Keeper Marc-Andre ter Stegen zur Stelle (15.) – und wieder nur eine Minute später ging Gladbach in Front. Juan Arango durfte von links flanken, Aleksandar Ignjovski ließ Patrick Herrmann am kurzen Pfosten entwischen und einköpfen (16.). Für Werder war es bereits der siebte Rückstand in Folge – doch es wurde noch viel, viel übler. Gladbach gab nun Vollgas. Reus, der immer wieder aus dem Mittelfeld blitzschnell nach vorne stach, narrte Wolf und Prödl – und ließ Wiese mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance – 2:0 (23.), das achte Saisontor für den deutschen Nationalspieler. Das neunte folgte eine Viertelstunde später. Der wieselflinke Herrmann war links völlig „blank“, passte in die Mitte – und Reus vollendete zum 3:0 (38.). Jetzt lag Werder nicht nur mit einem Tor hinten, nicht nur mit zwei (wie gegen Köln), sondern sogar mit drei! Und das in einer Halbzeit . . .

Eine Schmach, die im zweiten Durchgang nicht mehr zu tilgen war. Das ahnte wohl auch Schaaf, der Spielmacher Ekici (schon wieder früh) auswechselte und dafür den defensiveren Lukas Schmitz brachte. Doch auch das half gegen die extreme Gladbacher Spielfreude und Leichtfüßigkeit nicht. Wiese parierte zwar gegen Hanke, doch den Abpraller versenkte Reus zum 4:0 (52.). Und nur eine Minute später erhöhte Arango mit einem herrlichen Außenrist-Schlenzer in den rechten Winkel auf 5:0. „Oh, wie ist das schön“, dröhnte es von den Rängen. „Oh, wie ist das schlimm“ für Werder. Und, um im Lied zu bleiben, „so ‘was hat man lange nicht gesehen.“ Zuletzt in der miserablen Vorsaison, etwa beim 0:6 in Stuttgart oder beim 0:4 auf Schalke, als Werder vor etwa einem Jahr ebenfalls untergegangen war.

Dass es nun mal wieder eine heftige Abfuhr gab, überraschte Sportchef Klaus Allofs aber nicht sonderlich: „In den letzten Wochen hing es öfter am seidenen Faden – und nun ist der eben gerissen. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, hatten heute nicht die Moral, das Spiel noch zu drehen. Das war eine richtige Klatsche.“

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