
Bremen - Das Transferfenster ist zu – jetzt steht bei Werder Bremen der große Poker an. 13 Verträge laufen am Saisonende aus, auch der von Torwart Tim Wiese. Sein Name gehört auf der Prioritätenliste mit denen von Claudio Pizarro und Clemens Fritz zu den Top 3.

Tim Wiese muss bleiben, fordert Ehrenspielführer Dieter Burdenski.
Verlängert der 30-jährige Führungsspieler und Publikumsliebling oder geht Wiese ablösefrei? Dieter Burdenski, Werders Torwart-Legende, kennt auf diese Frage nur eine Antwort: „Tim Wiese muss bleiben. Er ist für Werder unverzichtbar.“
Klaus Allofs setzt derweil noch auf den Faktor Zeit. Der Werder-Sportchef will erst abwarten, ob die Reise mit den Bremern in Richtung internationale Gewässer geht, ehe er sich mit Wiese zu konkreten Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung an den Tisch setzt. Das wiederum stellt den Bremer Torwart, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, vor eine Geduldsprobe. Wiese kann und will nicht ewig warten. Schließlich muss er möglichst zeitnah wissen, wie es weitergeht. Der 30-Jährige braucht Planungssicherheit. Bis spätestens April, so der derzeitige Tenor, soll die Entscheidung fallen, ob Wiese in Bremen bleibt oder nicht.
Obwohl junge Torhüter wie Gladbachs Marc-Andre ter Stegen (19), Leverkusens Bernd Leno (19) und Hannovers Ron-Robert Zieler (22) nachdrängen, DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke gar einen offenen Wettbewerb um die EM-Tickets ausgerufen hat, ist für Burdenski klar: „Tim Wiese ist im Augenblick einer der besten Torhüter Deutschlands. Er hält Bälle, die fast schon unmöglich zu halten sind.“ Und daher legt der 61-Jährige dem Club ans Herz, alles zu versuchen, den Vertrag mit dem Keeper zu verlängern: „Ich würde ihn halten, ganz klar. Seine Klasse, Ausstrahlung und Persönlichkeit braucht Werder.“
Natürlich ist Burdenski klar, dass ein ablösefreier Spieler oftmals im Vorteil gegenüber dem Club ist. Er kann Forderungen stellen, wenn der Verein ihn halten will. Und bei einer Vertragsverlängerung gibt’s immer auch mehr Gehalt. „Und mit jeder guten Leistung in der Bundesliga oder in der Nationalmannschaft stärkt Tim weiter seine eigene Position. Das könnte das Problem sein, das Werder hat“, vermutet „Budde“. Doch der Bremer Ehrenspielführer weiß auch: „Tim ist als Klasse-Keeper und Führungspersönlichkeit im Augenblick nicht zu ersetzen.“
Schließlich benötige die Mannschaft Spieler mit Ecken und Kanten, Spieler, die vorangehen. „Wir brauchen auch Häuptlinge, nicht nur Indianer“, fordert Burdenski: „Wer weiß, was im Sommer mit Pizarro ist. So viele Leader im Team haben wir nicht mehr, Spieler mit Ausstrahlung, Kerle. Naldo, Pizarro, Wiese – das sind Köpfe, die der Mannschaft ein Gesicht geben.“ · flü
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