
Berlin · Die Szene kannte man schon. Es dauerte nur Sekunden, nachdem ihm DFB-Präsident Theo Zwanziger die Medaille um den Hals hängte, da riss sie sich Torsten Frings schon wieder ab. Einen Preis für den zweiten Platz? Für den Verlierer? Das passte mit dem Frings‘schen Weltbild schon beim EM-Endspiel vor zwei Jahren nicht zusammen. Nur der Sieg zählte. Und von dem hätten die Bremer kaum weiter entfernt sein können.

Nach dem ersten harten Foul gab‘s Gelb von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, dann…
Und unbeteiligt war Frings an der grün-weißen Misere nicht. So hervorragend sich der Bremer Kapitän in den letzten Monaten als optimaler Sechser, als Antreiber und Mittelfeldmotor, präsentierte, umso mehr fiel sein Auftritt in Berlin negativ auf.
Dass der 33-Jährige im Prestige-Duell mit den Bayern nicht seinen besten Tag erwischte, war zwar ärgerlich, es konnte aber einfach mal passieren. Frings mühte sich, hatte aber oft das Nachsehen. Bastian Schweinsteiger führte ihm dagegen vor, wie Perfektion auf dem Rasen aussieht.
Für mich war es nicht Gelb-Rot, denn ich spiele zuerst den Ball“, echauffierte sich Frings. Er habe sich zuvor beim Schiedsrichter über ein nicht geahndetes Handspiel beschwert. „Dann kam die Situation mit Bastian“, sagte Frings, „darauf hat der Schiri doch nur gewartet.“
Einen Elfmeter für Werder nicht gepfiffen und Mark van Bommel hätte für das gleiche Foulspiel keine Karte gesehen – die mangelnde Selbstkritik stand Frings nicht gut zu Gesicht. Den extra langen Sommerurlaub sollte Frings zum Abkühlen nutzen.
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