
Werder-Bremen · Für Klaus Allofs steht fest: Hugo Almeida wird Werder Bremen spätestens im Sommer verlassen. „Ich bin überzeugt, dass wir keine Lösung finden werden, seinen Vertrag zu verlängern. Erwartungshaltung des Spielers und das, was wir machen können und für sinnvoll halten – da liegen wir meilenweit auseinander“, erklärte der Bremer Sportdirektor gestern: „Das, was er haben will, kann er bei uns nicht verdienen.“

© imago
Muss sich heftige Kritik von seinem Boss Klaus Allofs gefallen lassen: Stürmer Hugo Almeida.
Almeida habe schon seit längerer Zeit angedeutet, dass er und seine Familie Bremen verlassen wollen. „Ich glaube, die Zeichen stehen auf Trennung. Da müssen wir der Öffentlichkeit nicht etwas anderes erzählen“, meinte der 54-Jährige. Und wenn Almeida im Sommer ablösefrei gehen würde, „können wir das nicht ändern“, erklärte Allofs.
Der offensive Umgang mit der Personalie Almeida hat natürlich Gründe. Zum einen ist Allofs mächtig vergrellt auf seinen Spieler. „Er muss sich immer fragen, was er für die Mannschaft tun kann. Aber tut er das? Da passt der Platzverweis gegen St. Pauli wunderbar rein, wenn ich mir beim Stande von 3:0 wegen einer Undiszipliniertheit eine Rote Karte einfange. Dass uns so etwas wehtut, sehen wir doch jetzt“, schimpfte Allofs – und legte nach: „Er ist da, um uns zu helfen, dafür wird er bezahlt. Aber er stand uns in drei wichtigen Spielen nicht zur Verfügung. Ich kann nicht zur Tagesordnung übergehen und sagen, es war eine Dummheit. Ich bin immer noch richtig sauer auf ihn, und der Trainer und ich müssten eigentlich noch viel saurer sein. So etwas ist total unprofessionell. Er bringt unseren Erfolg in Gefahr.“ Natürlich sei es Almeida nicht alleine, „aber er trägt seinen Teil dazu bei“, sagte Allofs, dem noch andere Dinge nicht passen.
So kann der Sportchef nicht verstehen, dass Almeida fehlende Rückendeckung beklagt. „Es kommt immer so rüber, als ob er unser Vertrauen nicht hätte. Das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe. Normalerweise hätten wir ganz anders handeln müssen“, ereiferte sich der Sportchef, der sich vom Portugiesen mehr Engagement auch außerhalb des Trainingsplatzes gewünscht hätte. „Hugo ist schon so lange hier – und kann immer noch kein Deutsch. Er identifiziert sich nicht total mit uns und sagt: ,Deutsch lernen? Eigentlich will ich ja weg, ich muss das nicht.‘ Hugo ist ein lieber Mensch, ich arbeite gern mit ihm zusammen. Aber er könnte doch viel mehr aus sich rausholen. Und dürfen wir dann zufrieden sein?“, fragt Allofs. „Ich hätte ihm vor zwei Jahren einen neuen Vertrag anbieten können, aber das wäre das falsche Signal gewesen.“ Von seinen Fähigkeiten her müsste Almeida Torschützenkönig der portugiesischen Nationalmannschaft sein, meinte Allofs: „Die Clubs müssten bei uns Schlange stehen, um ihn zu kaufen. Das ist aber nicht der Fall.“
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