Referee lässt Karriere Revue passieren

Kircher: Mit diesen Bayern-Spielern gab es Reibereien

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Abpfiff für Kircher: Der 47-Jährige pfeift am Wochenende sein letztes Spiel.

München - Nach fast zwei Jahrzehnten als DFB-Schiedsrichter, leitet Knut Kircher am kommenden Wochenende seine letzte Bundesliga-Partie. Besonders einige Bayern-Profis werden ihm noch lange im Gedächtnis bleiben.

Seit 1997 leitet Schiedsrichter Knut Kircher inzwischen Spiele für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Doch am kommenden Wochenende geht die lange und bewegte Laufbahn des 47-Jährigen nach insgesamt 244 Bundesliga-Partien zu Ende. Der Referee selbst bezeichnet diese Zeit im Interview mit dem Kicker als "schön und intensiv", wenngleich er auch schwierige Situationen meistern musste.

Kircher erinnert sich an mehrere Szenen, bei denen, wie er selbst feststellt, "der Gaul mit mir durchgegangen ist". So beispielsweise im Relegationsrückspiel zwischen 1860 München und Holstein Kiel im Juni 2015. Damals gerieten der Rottenburger und Löwen-Kapitän Christopher Schindler nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung des Schiris aneinander.

Auch das Aufeinandertreffen mit Spielern des FC Bayern München stellte den Unparteiischen in der Vergangenheit vor die ein oder andere Herausforderung. "Bei den Bayern gab es Mark van Bommel, Stefan Effenberg, Michael Ballack, jetzt auch Thomas Müller; da gab es Reibereien, aber auch Flachs", so Kircher. Allerdings betont Deutschlands Schiedsrichter des Jahres 2011/2012 ausdrücklich, dass ihm der Austausch mit den Profis sehr wichtig war und immer noch ist: "Wenn der gar nicht stattfindet, wenn es keinerlei menschliche Regungen und Kommunikation gibt, dann ist es schon fast langweilig."

Eben jener Austausch war selbstverständlich nicht immer von Harmonie geprägt. Einige Akteure mussten vom Referee oftmals in die Schranken gewiesen werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass Kircher in bislang 243 Bundesliga-Partien lediglich 17 Spieler des Platzes verwiesen hat. Diese Tatsache kann sich selbst der erfahrene Spielleiter nicht erklären, führt allerdings mit einem Lächeln an: "Vielleicht war ich in manchen Situationen zu milde oder einfach nur der authentische Knut Kircher als Mensch und Schiedsrichter, ohne eine Rolle zu spielen, vielleicht liegt es aber auch an meiner furchteinflößenden Größe."

"Lahm für mich immer ansprechbar und erreichbar"

Neben zahlreichen Partien in der höchsten deutschen Spielklasse, leitete Kircher unter anderem auch Spiele der 2. Bundesliga, der 3. Liga, des DFL-Supercups und des DFB-Pokals. Zudem hat er insgesamt sieben Einsätze in der Champions League und der Europa League vorzuweisen. Doch als besonderes Karriere-Highlight bleibt dem Unparteiischen wohl das DFB-Pokal-Finale der Saison 2007/2008 zwischen Borussia Dortmund und Bayern München im Gedächtnis (1:2 n.V.). Die Begegnung im Berliner Olympiastadion war bislang das einzige Endspiel im Profifußball, welches Kircher pfeifen durfte.

Doch auch den Ligaalltag möchte Kircher im Nachhinein nicht missen. Speziell die zwischenmenschliche Kommunikation mit Bayern-Kapitän Philipp Lahm und Mats Hummels von Borussia Dortmund erwähnt der 47-Jährige explizit: "Von der Art und Weise, wie er mir auf dem Platz und abseits des Feldes begegenet ist, finde ich einen Philipp Lahm gut. Er war für mich immer ansprechbar und erreichbar. So ein Spieler ist für einen Schiedsrichter ein Bindeglied zur Mannschaft. Oder auch ein Mats Hummels in Dortmund. Solche Akteure sind für mich Fixpunkte. Mit ihnen kann ich kommunizieren, mit ihnen kann ich arbeiten."

Auf diese besonderen Begegnungen muss der Diplomingenieur in Zukunft jedoch verzichten. Aufgrund der Altersgrenze für Schiedsrichter, muss Kircher zum Saisonende nun seine Pfeife an den Nagel hängen.

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