Italien ohne Führungsfigur

Buffon fällt gegen England aus

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Gigi Buffon wird seine rMannschaft fehlen.

Manaus - Gianluigi Buffon soll für die italienische Nationalmannschaft wieder zum großen Rückhalt werden. Das erste Spiel verpasst der 36-Jährige allerdings wegen einer Verletzung.

Die Hiobsbotschaft über seinen Ausfall verschickte Gianluigi Buffon eigenhändig via Twitter. Was schmerzte, war ja auch nicht die Hand, sondern der Knöchel. Das lädierte Gelenk machte es dem italienischen Keeper und Kapitän unmöglich, beim WM-Auftakt der Squadra Azzurra am Samstag in Manaus gegen England (Sonntag 0.00 Uhr MESZ/ARD) auf dem Feld zu stehen.

Der 36-jährige Buffon von Meister Juventus Turin war am Freitagabend im Abschlusstraining in der Arena Amazonia umgeknickt und hatte die Übungseinheit abbrechen müssen. Trainer Cesare Prandelli hatte danach allerdings erst einmal Entwarnung gegeben und weiter fest mit dem Einsatz des viermaligen Welttorhüters gerechnet. Vergeblich.

Buffon denkt bei der Hymne an Oma und Opa

Für Rekordnationalspieler Buffon (140 Länderspiele) wird Salvatore Sirigu (Paris St. Germain) im Tor des viermaligen Weltmeisters stehen, der bislang erst acht Länderspiele absolviert hat.

Dabei hatte Buffon bereits zum Auftakt seiner insgesamt fünften Weltmeisterschaft forsche Töne anschlagen wollen. Wenn er mit Inbrunst die italienische Hymne „Fratelli D“Italia„ (Brüder Italiens) schmettert, verzeihen seine stolzen Landsleute ihm auch den wilden Singsang.

Erst recht, wenn ihr `San Gigi“ seinen obligatorischen Stakkato-Auftritt mit seiner Liebe zu Oma und Opa erklärt: „Ich hatte zwei fantastische Großeltern, die leider verstorben sind. Auf diese Weise zeige ich, wie viel sie mir bedeuten“, meinte Buffon, der die Hymne mit verschlossenen Augen singt: „Das mache ich auch, weil ich mich bis in die Knochen als Italiener fühle.“

Buffon zieht mit Matthäus gleich

Prandelli jedenfalls weiß, was er in puncto Mentalität an der Galionsfigur hat. „Gigi hat es geschafft, dass das Team versteht, was es bedeutet, dieses Trikot zu tragen“, sagte der 56-Jährige und nennt seine Nummer eins „ein absolutes Vorbild“.

Was auch im WM-Camp der Italiener in Mangaratiba zu beobachten war, in dem der nimmermüde Buffon vor Tatendrang nur so strotzte. „Ist das wirklich schon meine fünfte WM? Natürlich ist das ein Meilenstein, aber mein Hunger ist noch nicht gestillt“, meinte der Dauerbrenner, der in dieser Statistik mit Lothar Matthäus und dem Mexikaner Antonio Carbajal gleichzieht.

Eine Weltmeisterschaft zu spielen, das betrachtet Buffon, Sohn einer Diskuswerferin und eines Kugelstoßers, als „ultimative Herausforderung“. Noch bestens sind ihm die Momente in Erinnerung, als er nach dem gewonnen WM-Finale 2006 gegen Frankreich (5:3 i.E.) die WM-Trophäe in Empfang nahm und in den Berliner Nachthimmel reckte. Buffon: „Diese Gefühle kann man gar nicht beschreiben.“

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Neben dem 1,91-m-Hünen stehen in Brasilien in Andrea Pirlo, Daniele De Rossi und Andrea Barzagli noch drei weitere Weltmeister von damals im Team der Azzurri. Zu den Mitfavoriten zählt Buffon den viermaligen Titelträger aber nicht. „Wenn man über Spanien, Argentinien, Brasilien und Deutschland spricht, muss man anerkennen, dass sie uns einfach einen Schritt voraus sind“, sagte „Gigi“, dessen Ziel das Erreichen des Viertelfinals ist: „Und dann ist es schon einmal eine gute WM für uns.“

Doch egal wie: Auch nach dem Höhepunkt am Zuckerhut will der mit einem tschechischen Ex-Model verheiratete Buffon seine Nationalmannschafts-Karriere noch nicht beenden. „Mit 36 Jahren spiele ich noch immer auf einem sehr hohen Niveau“, begründete er: „Das ist ein schönes Gefühl.“

Vielleicht tut er es aber auch seinem Vorbild Dino Zoff gleich. Die italienische Torhüter-Legende gewann 1982 als damals 40-Jähriger mit Italien die WM in Spanien - und beendete unmittelbar danach seine internationale Karriere. Seine Landsleute würden Buffon vermissen. Nicht nur wegen seiner forschen Töne der besonderen Art.

sid

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