Barsinghausen - Von Cord Krüger · Wolfgang Niersbach hat den Schock überwunden. „Ich bin in eine Welle geraten“, beschrieb er die vergangenen sechs Wochen, nachdem ihn DFB-Präsident Theo Zwanziger als Wunschkandidaten für dessen Nachfolge auf den Schild gehoben hatte.

Mit leeren Händen will Wolfgang Niersbach nicht von der EM zurückkehren: „Wir gehören zu den Favoriten“, weiß der künftige DFB-Präsident. ·
Im März sollen die Delegierten des DFB-Bundestags Niersbach nun an die Spitze des weltweit größten Sportverbands wählen. Der Journalist wundert sich zwar manchmal noch über seine kuriose Laufbahn vom Sportreporter bis zum jetzigen DFB-Generalsekretär, aber er ist gerüstet. Fürs Präsidentenamt mit seinen vielen offenen Baustellen ebenso wie für den nächsten Schritt: 2013 will er Zwanzigers Sitz im UEFA-Exekutivkomitee übernehmen. Der 61-Jährige gewinnt also weiter an Macht, hört diesen Begriff aber gar nicht gern: „Höchstens, wenn Macht etwas mit ,Machen‘ zu tun hat. Denn ich bin ein Teamspieler.“
Die neuen Aufgaben lassen Niersbach äußerlich noch unbeeindruckt. Beim Neujahrstreffen vom Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) am Donnerstagabend in Barsinghausen lehnte er locker im Sessel und plauderte jovial, aber konzentriert mit Moderator Gerhard Delling. Weniger angenehme Fragen beantwortete er zwar leicht stockend, umschiffte jedoch diplomatisch sämtliche Klippen. Pure Hochachtung etwa schwingt in der Stimme mit, wenn das Thema auf den zuletzt nicht unumstrittenen Präsidenten kommt. „Dr. Zwanziger“ habe dem Fußball „sehr gut getan“, stellte Presse-Profi Niersbach klar. Ohnehin brauche der DFB „mit Sicherheit keine Revolution, er braucht eine Evolution“ – aber dank des „top aufgestellten Nachwuchses“ sprüht der 61-Jährige vor Euphorie: „Freut euch auf die, die aus der U 16 und U 17 hochkommen“, riet er den fast 150 Gästen: „Da lacht das Fußballer-Herz.“
Doch bereits das aktuelle A-Nationalteam adelte Niersbach als „phantastische Mannschaft“. Mit ihr will er im Sommer den EM-Titel holen: „Ja, wir gehören zu den Favoriten.“ Gleichwohl warnte er vor „dem Mist am Fußball“: Niederlage könnten immer passieren.
Wenig Humor hat Niersbach für andere Reizthemen übrig – etwa die Steueraffäre in den Reihen der Top-Schiedsrichter. „Ich will das nicht bagatellisieren, aber auch nicht dramatisieren. Doch dies als Verbandsskandal hochzustilisieren, ist falsch!“ Noch immer ärgert ihn die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Bochum zum Wettskandal 2005, als von der „Spitze des Eisbergs“ die Rede war. „Nach der Spitze suchen die heute noch…“
Keine zweite Meinung duldet Wolfgang Niersbach hingegen im Umgang mit Randale. Alle friedfertigen Fans müssten sich gegen die „Feinde des Fußballs“ zusammenschließen. Selbstkritisch bedauerte er, dass DFB und DFL zwischenzeitlich den Eindruck erweckt hätten, über Möglichkeiten zum Abbrennen von Pyrotechnik nachzudenken: „Aber es gehört verboten.“
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| Platz | Mannschaft | Tore | Diff | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Borussia Dortmund | 80:25 | 55 | 81 |
| 2 | FC Bayern | 77:22 | 55 | 73 |
| 3 | FC Schalke 04 | 74:44 | 30 | 64 |
| 4 | Mönchengladbach | 49:24 | 25 | 60 |
| 5 | Bayer Leverkusen | 52:44 | 8 | 54 |
| 6 | VfB Stuttgart | 63:46 | 17 | 53 |
| 7 | Hannover 96 | 41:45 | -4 | 48 |
| 8 | VfL Wolfsburg | 47:60 | -13 | 44 |
| 9 | Werder Bremen | 49:58 | -9 | 42 |
| 10 | 1. FC Nürnberg | 38:49 | -11 | 42 |
| 11 | 1899 Hoffenheim | 41:47 | -6 | 41 |
| 12 | SC Freiburg | 45:61 | -16 | 40 |
| 13 | FSV Mainz 05 | 47:51 | -4 | 39 |
| 14 | FC Augsburg | 36:49 | -13 | 38 |
| 15 | Hamburger SV | 35:57 | -22 | 36 |
| 16 | Hertha BSC Berlin | 38:64 | -26 | 31 |
| 17 | 1. FC Köln | 39:75 | -36 | 30 |
| 18 | 1. FC Kaiserslautern | 24:54 | -30 | 23 |
für den 34. Spieltag
| Heim | Gast | Spiel |
|---|---|---|
| 1. FC Nürnberg | Bayer Leverkusen | 1:4 |
| 1. FC Köln | FC Bayern | 1:4 |
| Werder Bremen | FC Schalke 04 | 2:3 |
| FC Augsburg | Hamburger SV | 1:0 |
| Borussia Dortmund | SC Freiburg | 4:0 |
| Hannover 96 | 1. FC Kaiserslautern | 2:1 |
| Hertha BSC Berlin | 1899 Hoffenheim | 3:1 |
| VfB Stuttgart | VfL Wolfsburg | 3:2 |
| FSV Mainz 05 | Mönchengladbach | 0:3 |



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