„Werden hoffentlich zur richtigen Entscheidung kommen“

Krise in Wolfsburg: Allofs geht auf Distanz zu Hecking

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Wolfsburg-Boss Klaus Allofs (l.) und Trainer Dieter Hecking.

Wolfsburg - Tristesse in Wolfsburg: Nach sechs Spielen ohne Sieg rückt Wölfe-Boss Klaus Allofs von Trainer Dieter Hecking ab.

Klaus Allofs atmete tief durch, er hatte die T-Frage erwartet, er hatte sich auf die Antwort vorbereitet. Und er verweigerte seinem leitenden Angestellten Dieter Hecking nach der nächsten Pleite ganz bewusst eine Jobgarantie.

"Wir müssen uns darüber unterhalten, wie wir in Zukunft besseren Fußball spielen", sagte Klubchef Allofs mit ernster Miene, nachdem die Krise endgültig beim VfL Wolfsburg angekommen war: "Wir werden uns zusammensetzen, diskutieren und dann hoffentlich zur richtigen Entscheidung kommen."

Offener kann man einen Trainer in der Bundesliga kaum noch anzählen, zumal Allofs schon vor der Niederlage gegen den Aufsteiger RB Leipzig (0:1) von den "Mechanismen des Geschäfts" gesprochen hatte. Rückendeckung sieht anders aus: "In der Vergangenheit haben wir die Dinge mit sehr wenig Hektik und Panik entschieden. So werden wir das in Zukunft auch tun."

Es mache "keinen Sinn, eine Erklärung in die eine oder andere Richtung abzugeben", legte er am Montag nach: "Dieter Hecking ist unser Trainer. Wenn wir zu einer anderen Entscheidung kommen sollten, werden wir es bekannt geben."

Nach dem Absturz auf Platz 14 wird der Druck auf Hecking, der am Montagvormittag ganz normal das Training leitete, immer größer. Der 52-Jährige hat einen Luxus-Kader zur Verfügung, er sollte mit Mario Gomez, Julian Draxler und Co. zurück in den Europapokal stürmen - doch stattdessen herrscht in der Autostadt Tristesse. Die Wölfe haben ihren Biss verloren, sechs Punkte aus sieben Partien sind für dieses Team einfach viel zu wenig. Der Kredit ist aufgebraucht. Von den Tribünen hallten erstmals "Hecking raus"-Rufe, die Fans sangen: "Wir haben die Schnauze voll!" Das Spiel in Darmstadt am Samstag könnte zum Endspiel für Hecking werden.

Auch der Trainer selbst zeigte sich nach dem nächsten espritlosen Auftritt gegen Leipzig enttäuscht, sah eine "verdiente Niederlage". Doch obwohl Allofs öffentlich auf Distanz geht, bleibt Hecking erstaunlich cool. "Ich weiß, wie er die Situation bewertet, wir sind im ständigen Austausch", sagte Hecking: "Da braucht er nicht jedes Mal ein Plädoyer für den Trainer halten."

Das wäre im Moment auch ziemlich schwierig, schließlich fällt Heckings jüngste Bilanz mehr als dürftig aus. Kein Sieg aus vier Heimspielen. Erstmals seit vier Jahren und damit erstmals unter Hecking gelang den Niedersachsen in zwei Heimspielen in Folge kein Treffer. Im Jahr 2016 holte Hecking in 24 Spielen nur 25 Punkte - die Bilanz eines Absteigers. Und das mit diesem Edel-Kader. "Als Cheftrainer hast du immer die Verantwortung - für alles, was passiert", sagte Hecking: "Wenn du keine Spiele gewinnst, hast du auch keine Argumente."

Neben dem Platz muss Allofs nun nach Lösungen für die Krise suchen. Eine Trainerentlassung, es wäre die erste in seiner Karriere als Sportdirektor, will er nach der Talfahrt nicht mehr kategorisch ausschließen. "So kann man reagieren", sagte Allofs also. Doch ein Trainerwechsel sei für ihn noch immer "der Mangel an anderen Ideen". Der Chef lässt sich alle Optionen offen.

SID

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