Gladbach ärgert Bayern - Keine vorzeitige Meisterfeier

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Bayern München und Borussia Mönchengladbach trennen sich 1:1-unentschieden. Foto: Sven Hoppe

Mit einer durchrotierten Elf verpassen die Bayern vorzeitig den Gewinn der 26. Meisterschaft. Trainer Guardiola richtet nach dem 1:1 gegen Gladbach den Fokus auf das große Spiel gegen Atlético Madrid.

München (dpa) - Die ausgefallene Meisterfeier im eigenen Stadion ärgerte die Bayern-Stars und auch Trainer Pep Guardiola nicht sonderlich.

Nach dem 1:1 (1:0) gegen Borussia Mönchengladbach können die Münchner nicht wie geplant als frischgekürter deutscher Fußball-Meister in das alles überstrahlende Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atlético Madrid gehen. "Wir wollten gewinnen für unsere Fans", versicherte Guardiola. Den Blick richtete er aber konsequent nach vorne: "Jetzt ist Zeit, um uns auf Atlético zu fokussieren", erklärte der Katalane.

Der Gladbacher André Hahn wurde mit seinem Ausgleichstor in der 72. Minute zum Bayern-Spielverderber. Er krönte seine starke Leistung und ärgerte Guardiola in dessen 100. Bundesligaspiel. Thomas Müller hatte die durchrotierten Münchner in der 6. Minute mit seinem 20. Saisontor in Führung gebracht. Mit dem historischen vierten Meistertitel in Serie aber wurde es vor 75 000 Zuschauern nichts. "Das kann man nicht ändern", erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge: "Jetzt versuchen wir, nächste Woche in Ingolstadt den Sack zuzumachen."

In der Tabelle schrumpfte der Vorsprung des Tabellenführers auf Borussia Dortmund auf fünf Punkte. Die Bayern haben aber in Ingolstadt und beim Saisonfinale gegen Absteiger Hannover 96 weiter alle Trümpfe in der Hand, sich zum 26. Mal zur Nummer 1 im deutschen Fußball zu krönen. Gladbach holte sich einen wertvollen Punkt im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. "Wir wollten keine Titelfeier zerstören", sagte Gladbachs Trainer André Schubert. Den Punktgewinn bezeichnete er als "sehr verdient".

Drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Atlético Madrid, gegen das die Münchner nach dem 0:1 doch noch in das Endspiel am 28. Mai in Mailand einziehen wollen, vertraute Guardiola einem auf acht Positionen veränderten Ensemble. Im 3-4-3-System feierte Weltmeister Jérôme Boateng in der Abwehrzentrale 99 Tage nach einer schweren Muskelverletzung sein Comeback. Nach Startschwierigkeiten kam der 27-Jährige besser ins Spiel. Nach 68 Minuten verließ Boateng mit Extra-Beifall das Spielfeld. "Wir wollten, dass er 90 Minuten spielt. Er war dazu nicht in der Lage", sagte Guardiola. Kein gutes Zeichen für das Atlético-Rückspiel.

Der beim 0:1 in Madrid nur eingewechselte Müller dokumentierte wieder einmal seinen Wert als Startspieler. Nach einem Eckball von Joshua Kimmich köpfte der Nationalspieler den Ball auf das Borussen-Tor. Serdar Tasci versuchte noch mit einem langen Bein an den Ball zu kommen und irritierte damit Gladbachs Torhüter Yann Sommer. Der Ball trudelte über die Torlinie. Nah ans 2:0 kamen die Bayern nach einem Klärungsversuch von Oscar Wendt (41.). Nur knapp setzte der Schwede den Ball nach einer Flanke von Kingsley Coman neben das eigene Tor.

Martínez, Xabi Alonso und der am Samstag über Rückenschmerzen klagende Franck Ribéry standen nicht einmal im Kader. Thiago, Robert Lewandowski, Douglas Costa, Philipp Lahm, Arturo Vidal und David Alaba nahmen lange oder über 90 Minuten auf der Bank Platz. In der ungewöhnlichen und nicht eingespielten Formation agierten die Bayern mit dem 1:0 im Rücken zu passiv gegen mutige Gladbacher.

Nach der Pause rutschte Hahn nach einer Flanke von Patrick Herrmann am Ball vorbei (69.). Drei Minuten später war der starke Angreifer aber nach Vorarbeit von Lars Stindl erfolgreich. Der FC Bayern muss mindestens noch eine Woche auf sein Meister-Kunststück warten.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 55,7 - 44,3

Torschüsse: 9 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 45,1 - 54,9

Fouls: 10 - 13

Ecken: 7 - 5

Quelle: optasports.com

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