Ex-Rivalen vereint

Hoeneß gratuliert Lemke zum 70. - und schimpft wie früher

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Der Streit vergangener Tage ist beigelegt: Uli Hoeneß (li.) und Willi Lemke (re.).

Bremen - Es war eine innige Fußball-Feindschaft: Uli Hoeneß und Willi Lemke haben sich als Manager der Bayern und Werder Bremen nichts geschenkt. Oft gab es Streit. Inzwischen ist die Dauerfehde beigelegt - jetzt war Hoeneß sogar Ehrengast bei Lemkes 70.

Das war so nicht unbedingt zu erwarten: Wili Lemke, einst bissiger Werder-Bremen-Manager, und Uli Hoeneß liegen sich in den Armen. Zu präsent sind noch die Streitereien, die es zwischen beiden in den 1990er Jahren gegeben hatte. Damals fochten Werder und die Bayern um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Platz für Nettigkeiten war da nicht. Das ist jetzt anders.

Hoeneß bedankte sich nach der Haft

Lemke hat Hoeneß zu seinem 70. eingeladen - und der kam prompt. „Es hat mich gefreut. Unser Verhältnis hat sich ja seit fast einem Jahr total entspannt, sehr gebessert und prima entwickelt“, sagte der 64-Jährige der Kreiszeitung. Dass sich dieses Verhältnis verbessert hat, hat auch mit Hoeneß' Gefängnisaufenthalt zu tun.  „Ich hatte ihn angerufen und mich bei ihm bedankt, dass er die Zeit vor dem Urteil und danach nicht genutzt hat, um auf mich, der nun mal am Boden lag, draufzutreten", gibt Hoeneß zu. "Das wäre ein Leichtes gewesen für ihn, das zu tun". Interessant: Auch bei Christoph Daum hat der Wohl-bald-wieder-Bayern-Präsident angerufen.

Kritik an modernem Fußball-Business

Lemke und Daum. Beide sind Typen, die nach Hoeneß' Geschmack sind. Geradeheraus, ehrlich, mit Ecken und Kanten. Diese Typen vermisst der 64-Jährige im heutigen Fußball-Business. „Heutzutage traut sich ja kaum noch jemand, die eigene Meinung oder die Wahrheit zu sagen, weil sie damit rechnen müssen, dass anschließend gleich ein Shitstorm entsteht", schimpft Hoeneß. „Heutzutage wird sehr vieles ja vorher chemisch gewaschen, bevor man irgendwas sagt. Manche wollen ja vor Interviews sogar die Fragen zugeschickt haben. Die offensive Kritik am modernen Fußball-Business wirkte, als hätte Hoeneß im Gefängnis nichts von seiner Bissigkeit eingebüßt. Nur eines ist anders: Willi Lemke trifft Hoeneß' Unmut vorerst nicht mehr.

Der sechs Jahre jüngere Hoeneß überreichte seinem einstigen Widersacher als Geschenk einen Ball mit Herz-Motiv. Die meisten Gäste beim Empfang im Weserstadion staunten nicht schlecht über Hoeneß. Der Fußball-Bundesligaclub hatte die Geburtstagsfeier für sein Aufsichtsratsmitlied Lemke zwar organisiert, den Namen des unerwarteten Gastes aber nicht öffentlich mitgeteilt.

mae

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