Erster Titel in England?

Europa-League-Finale: Klopp will "Spiel genießen"

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Auf dem Weg zur Legende in Liverpool: Jürgen Klopp. Foto: Peter Powell

Basel - Zweimal Meister und einmal Pokalsieger mit Borussia Dortmund - im zweiten Anlauf will Jürgen Klopp nun seinen Premieren-Titel mit dem FC Liverpool. Im zehnten Endspiel seiner Karriere muss er dazu aber die Seriensieger des FC Sevilla aufhalten.

Jürgen Klopp will im Europa-League-Finale gegen den Titelverteidiger FC Sevilla vor allem genießen. „Ich mag das: Beide haben dieses Turnier sehr, sehr ernst genommen. Und jetzt sind wir hier“, sagte der Coach des FC Liverpool am Dienstag, einem Tag vor dem zehnten Pokalfinale seiner Karriere. „Das hier ist der Bonus. Der Bonus für all die Arbeit.“

Zugleich ist es die letzte Chance für den Traditionsverein aus England. Nur bei einem Sieg im St. Jakob-Park von Basel (20.45 Uhr/Sky und Sport 1) vermeiden die Reds eine Europapokal-Saison als Zuschauer auf der Couch.

Klopp will das Spiel genießen

Die Spanier können selbst nur mit dem Rekord eines dritten Europa-League-Triumphs in Serie noch die Qualifikation zur Champions League schaffen. Doch bevor sie sich Gedanken über mögliche Konsequenzen machen, glauben die beiden Teams an ihre Chance in der Schweiz: Sie wollen den 15 Kilogramm schweren Pokal - kennen aber auch die Stärken des Gegners.

„Sevilla ist nicht besser als wir - und wir sind nicht besser als Sevilla. Es geht um die Kleinigkeiten“, betonte Klopp. „Wir müssen es schaffen, dass jeder von uns das Spiel genießen kann. Wenn du den Druck spürst, hast du keine Chance.“ Sevilla bekomme von ihm allen Respekt. „Aber wir sind auch nicht in das Finale gebeamt worden.“

Welche Rolle das Endspiel und die Aussicht auf den ersten großen Titel seit dem Champions-League-Sieg 2005 in den Köpfen seiner Kicker bereits in den Tagen zuvor gespielt hat, verriet der 48-Jährige nach dem 1:1 am letzten Spieltag gegen West Bromwich Albion. Seine Stars um den deutschen Nationalspieler Emre Can, der im Abschlusstraining im Stadion nach einem Zusammenstoß kurz liegen blieb, ließ er am Sonntag gar nicht antreten. „Wenn wir mit anderen Spielern hergekommen wären, hätten sie bereits an das nächste Spiel gedacht“, meinte Klopp.

Klopp: "Das war sehr enttäuschend"

Als Achter der Premier League verpasste Liverpool auf diesem Weg zwar endgültig die erneute Qualifikation für die Europa League. Doch sieben Monate nach seinem Debüt für den englischen Traditionsverein geht der ehemalige Coach von Borussia Dortmund immerhin schon in sein zweites Endspiel mit dem Club. „Das hätte ich mir damals nicht vorstellen können“, sagte der Nachfolger von Brendan Rodgers.

Beim ersten Finale im Februar unterlagen die Reds im Ligapokal Manchester City im Elfmeterschießen. „Das war sehr enttäuschend“, gestand Mittelfeldmann Can. „Aber ich denke, uns als Team wird es am Mittwoch helfen.“ Gewinnt Liverpool nun das zwölfte Europacupfinale seiner Vereinsgeschichte, holt Klopp als erster deutscher Trainer einen Titel mit einer englischen Mannschaft.

Dazu muss der impulsive frühere Borusse, der nicht nur im Viertelfinale den BVB, sondern unter anderen auch Manchester United und den FC Villarreal aus dem Wettbewerb warf, aber die Seriensieger aus Spanien aufhalten. Nach den Erfolgen 2006 und 2007 holte das Team von Trainer Unai Emery den Titel auch 2014 und 2015. „Dieser Wettbewerb ist Sevilla wichtig“, sagte Emery. „Es wird sehr, sehr schwierig, erneut zu gewinnen. Aber wir versuchen es.“

Als Siebter der Primera Division ist Sevilla sicher in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League und kann mit einem Sieg im Finale der Copa del Rey am Sonntag auch den Einzug in die Gruppenphase perfekt machen - wenn sie nicht sowieso das Ticket zur Königsklasse lösen.

„Die sind sehr stark und schwierig zu bespielen“, sagte Klopp vor dem ersten Europapokal-Duell der beiden Vereine, bei dem erstmals in einem UEFA-Wettbewerb die aus der Bundesliga bekannte Torlinientechnik zum Einsatz kommen wird. Er betonte aber: „Die können nur so stark sein, wie wir sie sein lassen.“ Emery sagte wenig später: „Um Liverpool zu schlagen, müssen wir perfekt sein.“

dpa

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