DFB-Kapitän beendet Karriere

Reaktionen auf Schweinsteigers Abschied: "Es war eine Ehre"

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Der Kapitän und sein langjähriger Trainer Löw. 

Mönchengladbach - Bastian Schweinsteigers letztes Länderspiel ist aus. Mitspieler und Trainer loben den Routinier. Schweinsteiger selbst ist glücklich und gerührt - und spricht über seine Zukunft. 

Nach zwölf Jahren und 121 Länderspielen verabschiedete sich Bastian Schweinsteiger aus der Nationalmannschaft. Gute 70 Minuten stand der Kapitän im Testspiel gegen Finnland noch auf dem Feld, dann war seinen Karriere im DFB-Team offiziell beendet. 

Emotional wurde es bereits vor der Begegnung, als Schweinsteiger von DFB-Präsident Reinhard Grindel geehrt wurde und ihm dabei offen die Tränen übers Gesicht liefen. Dass ihn seine Gefühle derart überwältigen würden, damit hatte Schweinsteiger nicht gerechnet, wie er später im ZDF-Interview zugab. "Ich wollte jeden Moment genießen, aber dass es so schön wird, hätte ich mir nicht erträumt", so der Kapitän. 

Traurig waren auch seine Nationalmannschaftskollegen. "Wir wissen ja, er ist ein großartiger Kerl, ein großartiger Fußballer, der viel für sein Land getan hat", sagte Mesut Özil, der den Siegtreffer beim eher nebensächlichen Testspiel gegen Finnland erzielt hatte, "Auch Lukas Podolski darf man nicht vergessen, der immer positive Stimmung ins Team gebracht hat. Die beiden werden uns fehlen."

Nach dem Abpfiff verabschiedete sich Schweinsteiger von den Fans im Gladbacher Borussia Park - nur etwa 30 000 waren zu seinem Abschied bekommen. Von Thomas Müller und Manuel Neuer wurde der Kapitän auf die Schultern genommen und in die Luft geworfen. "Ich habe das Gefühl, er war schon mal leichter", witzelte Müller später. Doch auch er fand ungewohnt ernste Worte zum Abschied seines Weggefährten. "Natürlich werden wir den Kontakt nicht abreißen lassen, aber es geht schon eine Ära zu Ende. Basti war immer da, als ich angefangen habe, beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft." Dass sich Schweinsteiger am Ende die Tränen nicht verkneifen könnte, ist für Müller verständlich: "Es hat ihn schon berührt, und das war schön zu sehen. Da sieht man, dass wir auch Menschen sind, mit Gefühlen." Schweinsteiger konterte Müllers Abschiedsworte humorvoll und sagte: "Wahrscheinlich vermisst er mich mehr auf dem Golfplatz."

Tränen und Tore: Schweinsteigers Abschied in Bildern

Tränen und Tore: Schweinsteigers Abschied in Bildern

Für die jungen deutschen Nationalspieler war es ebenfalls ein besonderer Abend. "Ein besseres Debut kann man nicht haben als beim Abschied von Bastian Schweinsteiger", schwärmte Niklas Süle, "Er ist eine Legende, er hat sich diesen Abtritt hier verdient." Auch Max Meyer, der das Führungstor gegen Finnland erzielte, lobte Schweinsteiger. "Ich habe ihn vorher nicht gekannt aber er hat uns direkt sehr gut aufgenommen", erzählte Meyer, und sagte weiter: "Es hat mich stolz gemacht, hier heute mitspielen zu dürfen."

Stolz war auch Trainer Joachim Löw, der Schweinsteiger in seiner langen Karriere in der Nationalmannschaft stets begleitete. "Ich war immer froh, wenn er da war, und beruhigt, wenn er auf dem Platz stand. Er war ein Führungsspieler, auch seine Fairness hat ihn ausgezeichnet", so der Bundestrainer. Wer Schweinsteigers Nachfolger als Kapitän wird, will er weiterhin nicht verraten, "aus Respekt vor Basti", wie er es formuliert. Am Donnerstag will er sich mit der Mannschaft zusammensetzten und seine Entscheidung bekannt geben. 

Schweinsteiger: So tränenreich war sein Abschied

Und wie geht es für Schweinsteiger weiter? Trotz der schwierigen Situation scheint er Manchester United noch nicht aufgegeben zu haben. "Ich habe einen Vertrag bis 2018. Im Old Trafford nochmal aufzulaufen und dort zu spielen, das wäre mein größter Traum. Ich hoffe, dass ich die Chance bekommen, dort nochmal zu spielen und der Mannschaft zu helfen. Wenn das nicht klappt, wird man schauen müssen."

Schweinsteiger schenkt Flitzer letztes Kapitäns-Selfie 

Fest steht aber: Die Fußballschuhe will Schweinsteiger so bald nicht an den Nagel hängen. "Ich liebe den Fußball noch zu sehr, auf dem Rasen zu stehen. Damit beschäftige ich mehr als mit dem Gedanken, was nachher passiert. Ich hoffe, dass noch ein paar Jahre dazu kommen, natürlich nicht mehr allzu viele, das ist mir schon klar." 

Die Nationalmannschaft war ihm dennoch wie eine Familie. "Es war mir eine große Ehre, nochmal in dem Trikot aufzulaufen. Es hat mich sehr berührt", sagte Schweinsteiger nach seinem letzten Einsatz. Wie sehr, das konnte man an den Abschiedstränen sehen. 

sr

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