Debütant Island fordert England

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Premier-League-Profi Gylfi Sigurdsson freut sich auf die englische Herausforderung. Foto: Georgi Licovski

Erst zweimal haben sich England und Island gegenübergestanden - allerdings noch nie in einem Pflichtspiel. Obwohl die Three Lions bei der EM bislang nicht wirklich überzeugen, gehen sie als Favorit in die Partie. Kapitän Wayne Rooney warnt jedoch seine Mitspieler.

Nizza (dpa) - Die Rollen im letzten EM-Achtelfinale sind klar verteilt. England will das peinliche Aus gegen den Euro-Debütanten unbedingt verhindern. Island kann in seinem Traum-Duell nur gewinnen. Die wichtigsten Fakten vor der Partie in Nizza.

HISTORIE: Erst zwei Duelle gab es zwischen den Teams. Es ist das erste Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel überhaupt. 1982 trennten sich die Mannschaften in Island mit 1:1, vor zwölf Jahren setzte sich England mit 6:1 durch. Der heutige Kapitän Wayne Rooney erzielte zwei Tore. Für Island hat die Partie durch die Verbundenheit zum englischen Fußball eine besondere Bedeutung. "Das ist ein fantastisches Duell, von dem ich geträumt habe, seit ich ein Kind war", sagte Gylfi Sigurdsson von Swansea City.

TURNIERVERLAUF: So richtig überzeugen konnten die Engländer nicht. 1:1 gegen Russland, 2:1 gegen Wales, 0:0 gegen die Slowakei - spielerisch meist überlegen, vor dem Tor oft zu harmlos. Island erreichte zum Auftakt gegen Portugal ein 1:1. Superstar Cristiano Ronaldo warf dem Underdog danach eine "kleine Mentalität" vor. Dem 1:1 gegen Ungarn folgte der umjubelte 2:1-Sieg gegen Österreich.

TRAINER: Englands Roy Hodgson und Islands Lars Lagerbäck kennen sich seit 40 Jahren. 1976 startete der heute 68 Jahre alte Hodgson seine Karriere an der Seitenlinie beim schwedischen Club Halmstads BK. Im Jahr darauf begann der Schwede Lagerbäck seine Trainer-Laufbahn. Doch im EM-Achtelfinale ruht ihre Freundschaft. "Da wird er mein Feind sein, so wie alle Trainer während der 90 Minuten", sagte Hodgson.

SCHLÜSSELSPIELER: Nach der großen Rochade gegen die Slowakei wird Hodgson voraussichtlich wieder auf seine Turnier-Stammformation zurückgreifen. Wayne Rooney soll im Mittelfeld Regie führen, auch die Rückkehr von Harry Kane wird erwartet. Als Bindeglied zwischen Offensive und Defensive vor der Abwehr hat sich bislang aber Eric Dier die Auszeichnung als bester EM-Spieler Englands verdient. Bei Island ragt kein Profi heraus. "Sie haben nicht den einen Superstar. Wir müssen uns auf das ganze Team konzentrieren", forderte Englands Kapitän Rooney.

STATISTIK: Für EM-Debütant Island ist es das erste K.o.-Spiel bei einem großen Turnier überhaupt. England wartet seit zehn Jahren auf einen Sieg, wenn es ums Weiterkommen geht. Auch insgesamt ist die Bilanz der Three Lions mau: Seit dem WM-Triumph gab es in 17 K.o.-Duellen nur magere sechs Siege. Außerhalb des eigenen Landes hat England noch nie ein Alles-oder-Nichts-Spiel gewonnen.

ELFMETER: Natürlich trainierten sie Elfmeter, betonte Islands Coach Lagerbäck. "Einige waren gut, andere nicht so gut." In England wird das Thema emotionaler gesehen: In sieben Elfmeterschießen bei einer EM oder WM scheiterten die Three Lions sechsmal. "Elfmeter im Training und Elfmeter vor vielen Leuten sind verschiedene Dinge, das wissen wir in England", sagte Hodgson vor der K.o.-Runde.

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