Die Jagd geht weiter

Privatduell zwischen Rosberg und Hamilton geht in nächste Runde

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Lewis Hamilton (l.) könnte Nico Rosberg in Budapest die WM-Führung abnehmen.

Budapest - Wirklich besorgt wirkte Lewis Hamilton in diesem Jahr nie. Nico Rosbergs Siegesserie kommentierte er im Frühjahr meist lächelnd, die Unfälle mit dem Mercedes-Teamrivalen waren kaum ein Thema für den Engländer.

Und der Rückstand im WM-Klassement? Kein Problem in dieser langen Rekordsaison mit 21 Rennen.

Schon am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn könnte die Rechnung des Weltmeisters nun aufgehen, nur noch einen Punkt liegt er hinter seinem deutschen Rivalen - erstmals in diesem Jahr will Hamilton wieder dort stehen, wo er nach eigenem Empfinden hingehört: An der Spitze des WM-Klassements, vor Rosberg und dem Rest. "Ich will die positive Energie mit ins Wochenende nehmen, ich spüre das Feuer in mir lodern", sagt Hamilton mit gewohntem Pathos: "Ich bin frisch, kraftvoll und zuversichtlich."

Mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Rennen hat der 31-Jährige dafür gesorgt, dass die Kraftverhältnisse wieder dem gewohnten Bild entsprechen: Wenn alles normal läuft, ist Hamilton eigentlich nicht zu schlagen. In Budapest droht Rosberg nun die Ablösung an der Spitze.

Fatale Entwicklung für Rosberg

Für Rosberg ist das eine fatale Entwicklung, noch im Frühjahr schien es ja, als sei es 2016 endlich seine Saison, zwischenzeitlich betrug sein Vorsprung 43 Punkte. Doch obwohl die Rivalen ja faktisch noch immer gleichauf sind, verliert der Deutsche gefühlt längst den Anschluss.

Schon jetzt ist der 31-Jährige in den Wettbüros kein Favorit mehr, weder auf Rennsiege noch auf den WM-Titel. Rosberg wirkt gereizt, macht Fehler und hat zudem Pech mit der Technik. Er weiß, dass er Hamiltons Serie in Ungarn oder spätestens beim anschließenden Heim-Rennen in Hockenheim (31. Juli) brechen muss, noch vor der Sommerpause.

"Dieser Schwung spielt eine Rolle, das merken Lewis und ich seit 2014", sagte Rosberg im Gespräch mit dem Guardian. Beide Piloten hätten ihre Erfolge in den vergangenen beiden Jahren stets in Schüben eingefahren, "und der Lauf von Lewis muss jetzt enden."

Privatduell geht in Ungarn weiter

Dass es auch in Ungarn ein Privatduell um den Sieg wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn nur auf dem Hungaroring hat Mercedes seit Beginn der neuen Motoren-Ära 2014 noch nie gewonnen, die langsame, fließende Strecke ist stets eine Chance für die Außenseiter. "Dieser Kurs spielt unseren Rivalen in die Karten", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, vor allem der Red Bull "funktioniert hier sehr gut. Sie sind eine große Bedrohung."

Und das ist durchaus die allgemeine Wahrnehmung im Fahrerlager: Wenn es einen anderen Sieger gibt am Sonntag, dann sitzt dieser im Red Bull - und eben nicht im Ferrari. Für Sebastian Vettel ist das bitter, noch im Vorjahr hatte er in Ungarn gewonnen, doch seither ging es nicht wie erhofft weiter aufwärts.

Die Roten stagnieren auch wegen wiederkehrender technischer Defekte, sie warten noch immer auf den ersten Sieg in diesem Jahr. Gerüchte über interne Zerwürfnisse begleiten die Scuderia zudem - es gibt viele Baustellen in Maranello, und Italien leidet. "Wer wie ich Ferrari zutiefst liebt", sagte Ex-Präsident Luca di Montezemolo in diesen Tagen, "der sollte jetzt seine Liebe beweisen, indem er schweigt."

sid

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